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Marie Henriquez Morales : Erzählung / Grace Aguilar. Frei bearb. u. mit e. Vorw. vers. von J. Piza
Entstehung
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Arthur ſchwankte mitten inne zwiſchen Erinnerung und Wirklichkeit, zwiſchen Vergangenheit und Gegenwart, ſo urplötzlich überwältigt hatte ihn dieſe Erſcheinung. Das Mädchen wandte ſich, ohne ihn zu gewahren, nach der entgegengeſetzten Seite, und erſt dieſe Bewegung löſ'te die Feſſeln, in die ſein ganzes Weſen geſchlagen ſchien.

Marie! rief er, und warf ſich ihr ſo unerwartet

und leidenſchaftlich in den Weg, daß ſie vor Schrecken

hingeſunken wäre, hätte er ſie nicht in ſeinen Armen auf⸗ gefangen. Sie verſuchte, ſich ihm zu entreißen, aber, vom Blicke ſeines Auges getroffen, ließ ſie mit einem leiſen Ausruf, in dem ſich Schreck und Freude miſchten, ihr Haupt auf ſeine Schulter ſinken und brach in Thrä⸗ nen aus.

Lange währte es, ehe die Liebenden an Trennung dachten. Arthur rief Marien jene erſten Stunden ihres jungen Glückes zurück, da ſeine freundlichen Worte ihr das Geſtändniß ihrer Liebe entlockt hatten, und klagte nun, daß ſeine Pflicht ihm allzubald Trennung geboten hatte. Marie hörte ſchweigend zu, aber weder Furcht noch Hoff⸗ nung ſchien ſie zu lebhafterer Theilnahme zu ſtimmen. Schmerzlich bewegt fragte endlich Arthur:

Und ſo muß ich doch jenes unſeligen, räthſelhaften Wortes gedenken, mit dem Du die beglückende Gewißheit Deiner Liebe mir vergällteſt und deren Deutung Du mir ſtets verſagteſt? Iſt es denn wahr, was Du ſpracheſt, daß unſere Verbindung unmöglich, ja daß es Sünde ſei, mich zu lieben?

O wohl ſprach ich Wahrheit, entgegnete Marie.