empörte ſich genug dagegen, und er war viel ſchwieriger zu bekämpfen als alle Gegengründe.“
„Und was hat Dich zu dieſer Selbſtverleugnung ver⸗ mocht, mein liebes Mädchen? Ich weiß noch nicht, ob ich Dich nicht für dieſe faſt nutzloſe Selbſtverleugnung und über die Täuſchung, die gegen mich darin liegt, ſchelten ſoll,“ ſagte Mrs. Hamilton mit vorwurfsvoller Zärtlichkeit.
„Vergieb mir, o vergieb mir!“ rief Ellen aus, indem ſie ihre Hand ergriff.„Ich habe oft gefühlt, daß ich Dich hinterging, daß ich Dir das Vertrauen verſagte, welches ich Dir gelobt hatte, aber ich durfte es Dir nicht ſagen, denn ich wußte, Du würdeſt mich nicht fortarbeiten laſſen.“
„Das würde ich allerdings gethan haben, meine Ellen, und ſage mir, warum Du dies gethan haſt. Dachteſt Du wirklich, daß ſonſt nichts die Vergangenheit ſühnen könnte?“
„Ich fühlte, ich wußte, wiewohl Du mir Deine Gunſt, Dein Vertrauen wieder geſchenkt hatteſt, daß mein Gewiſſen ſich nicht beruhigen würde, weil ich geleſen:„Wenn der Böſe das Pfand zurückgiebt, wenn er wiedergiebt, was er geraubt hat und nach den Geſetzen des Lebens wandelt, ſo ſoll er ewiglich leben und nicht ſterben,“ und ich fühlte, ſo ſehr ich mich beſtreben konnte, tugendhaft und gut zu ſein, daß ich nicht um die Gnade Gottes bitten durfte, ſo lange ich nicht zurückgegeben, was ich genommen hatte.“
Es iſt unmöglich, durch bloße Beſchreibung der ſchmerz⸗ lichen Beredſamkeit der trauervollen Stimme Gerechtigkeit zu thun, womit ſie dieſe einfachen Worte ſprach, die zugleich jene Gedanken und Gefühle verriethen, welche ſo lange in Ellens ſanftem Herzen verborgen geweſen waren, der gehei— men Quelle, von der alle ihre Handlungen ausgegangen waren. Mrs. Hamilton fühlte, daß dieſe Enpfindung zu er⸗ haben, zu heilig für menſchliches Lob ſei; ſie ſchloß ihre Nichte an ihre Bruſt.
„Möge der allmächtige Erforſcher der Herzen dieſes Opfer annehmen und Dich ſegnen, mein Kind. Du haſt es im Geheimen dargebracht. Wie rein müſſen die Gedanken ge⸗„


