in ihnen das Verlangen, zu helfen, wie es ihre Freundin an⸗ ordnen würde, und ſie nahmen ihre Arbeit mit wahren Freu⸗ denbezeugungen in Empfang.
„Auch Du, Ellen?“ fragte Mrs. Hamilton lächelnd,
„ich dächte Du hätteſt, einmal geſagt, Du hätteſt keine Zeit
zur Arbeit?“
„Nur zu Putz nicht, liebe Tante, ich hoffe aber, Du haſt mich noch niemals vergebens in ſolchem Falle zu helfen auf⸗ gefordert,“ antwortete Ellen erröthend.
„Nein, meine Liebe, meine Worte thaten Dir Unrecht. Aber Du ſcheinſt auch Zeit zum Putz gefunden zu haben, wenn dieſer allerliebſte Kranz Dein iſt,“ ſagte Mrs. Hamil⸗ ton, indem ſie ſich über den Rahmen ihrer Nichte nieder⸗ beugte und die Zartheit ihrer Blumen lobte.
„O, ich habe jetzt zu Allem Zeit,“ rief Ellen in einem ſo ungewöhnlich lebhaftem Tone aus, daß nicht nur ihre Tante, ſondern auch ihre jungen Freundinnen ſie erſtaunt anſahen.
„Ellen, Du wirſt immer unbegreiflicher,“ ſagte Emme⸗ line lachend,„wenn Edward nicht bald nach Hauſe kommt, da ich vermuthe, daß dieſe außerordentliche Stimmung durch die Erwartung ſeiner Heimkehr veranlaßt wird, ſo fürchte ich, fliegſt Du ihm im Geiſte auf halbem Wege über den Kanal entgegen. Mama, laſſe Dir rathen, und halte die Perſon Deiner Nichte ſcharf im Auge.“
„Ellen, Du biſt ſo voll Scherz und Muthwillen wie ich, ſo ruhig und geſetzt Du uns ſonſt ſchieneſt,“ ſage Lady Emily.
„So? das freut mich,“ ſagte Mrs. Hamilton heiter. „Schäme Dich Deiner Fröhlichkeit nicht ſo ſehr, meine liebe Ellen, und lege Dich nicht auf Deine Arbeit, als wenn Du Dich eines großen Vergehens ſchuldig gemacht hätteſt; Du weißt, wie es mich immer freut, Dich glücklich zu ſehen,“ fügte ſie mit leiſerer Stimme hinzu, indem ſie ihre Hand ſcherzend auf den Kopf ihrer Nichte legte, die ſich über ihren Stickrahmen niederbeugte, um die Verwirrung zu verbergen, die Emmelinens Worte hervorgerufen hatte. Mrs. Hamilton blieb noch einige Zeit bei der jungen Geſellſchaft, und ging


