Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859) The mother's recompense
Entstehung
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und bat ſie mit einer Stimme, die faſt von Schluchzen er⸗ ſtickt war, immer und immer wieder, mir zu verzeihen. Ich hätte nicht ſo unartig antworten wollen; ich wüßte, daß ich ein ſehr böſes Mädchen geworden wäre, ich fühlte mich aber wirklich ſehr unglücklich. Einige Minuten blieb ſie ſtumm, und ich konnte ſehen, daß ſie mit ſich ſelbſt kämpfte, um die Thränen zu unterdrücken, die ihr mein ungewöhnliches Be⸗ nehmen verurſacht hatte. Ich will mich nicht entſchuldigen, liebſte Mary, daß ich ſo ſehr auf die Einzelheiten eingehe, denn ich weiß, wie ſehr Du meine Mutter liebſt, und daß jedes Wort, was ſie ſagt, Dir faſt eben ſo koſtbar iſt wie ihren eigenen Kindern ganz iſt es nicht möglich, und ich gebe Dir dieſen Bericht nur, damit Du mich kennſt wie ich bin, und mich nicht für ſo fehlerfrei hältſt, wie Du es einſt gethan haſt. O, wenn ich auf dieſen Tag zurückblicke, fühle ich mich ſo ſchmerzlich gedemüthigt, daß ich die Erinnerung gern verbannthaben würde, aber es iſt beſſer für mich, wenn ich daran denke, damit ich mich nicht für beſſer halte als ich bin. Jedes Wort, das ſie in ihrem ſanften und eindring⸗ lichen Tone ſagte, grub ſich in mein Herz ein, während ſie ſprach. Sie überzeugte mich leicht und vollſtändig, wie ſünd⸗ lich es ſei, daß ich mich von eingebildeten Uebeln ſo elend machen laſſe, denn daß es nur eingebildete Uebel ſeien, ſei leicht zu ſehen. Ich könnte nicht ſagen, daß ich auch nur einen einzigen Segen verloren. Alle, die ich liebte, wären um mich und befänden ſich wohl und glücklich alle Freuden des Lebens wären noch dieſelben, und wäre es mög⸗ lich, ſagte Mama, daß die bloße Abreiſe von einem Lieblings⸗ aufenthalte, und zwar nur auf einige Monate, mich ſo völlig blind gegen die vielen Segnungen machen könne, die mein himmliſcher Vater über mich ausgeſtreut? Indem ſie ſprach,

ſchien ein Nebel vor meinen Augen zu verſchwinden, und das

Ungeheuerliche meines Benehmens ſtand zum erſten Male in ſeinen wahren Farben vor mir. Ich ſah ich erkannte, wie ſündlich ich geweſen war, und bitter bereute ich, daß ich nicht alle meine Gefühle Mama bekannt hatte, anſtatt ſie in meinem Herzen zu verbergen und darüber zu brüten, bis es