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Es war wieder der ſiebente Juni und Ellens Geburts⸗ tag. Seit der Zeit, wo ſie eine Bewohnerin von Dakwood geweſen war, daran gewöhnt, den Jahrestag ihrer Geburt in demſelben ernſten Lichte zu betrachten, wie es Mrs. Ha⸗ milton ihren Couſinen gelehrt hatte— als einen Tag ruhiger Betrachtung, wie des Dankes und der Freude, als einen Tag, der ein Jahr ſchließt und das andere anfängt, und der ſie lehrte, daß ſie immer verantwortlichere Weſen würden— war es nicht ſehr zu verwundern, daß Ellen den ganzen Tag etwas weniger heiter als gewöhnlich zu ſein ſchien. Sie hatte allerdings viele Urſache zum Dank und zur Freude während des verfloſſenen Jahres gehabt. Aber ein Herz und ein Gemüth, wie das ihre, konnte an das Hauptereigniß deſſelben ſich nicht erinnern, ohne daß ein gewiſſer Schmerz zurückkehrte. Mrs. Hamilton bemerkte ihre jetzt ungewöhn⸗ liche Traurigkeit erſt am Abend, wo ſie dieſelbe in Gedanken verſunken an einem der weit geöffneten Fenſter ſtehen ſah, in deſſen Nähe Caroline einige ſchöne Blumen auf der Terraſſe begoß, und indem ſie ſich ihr leiſe näherte, und ihren Arm um ſie ſchlang, ſagte ſie zärtlich:„Du haſt für heute ſehr ernſte Gedanken gehabt, aber Du darſſt Dich nicht länger ſo ſtummen Betrachtungen hingeben. Ich erkenne an, daß es im Rückblick auf das verfloſſene Jahr Manches zu bereuen giebt, aber Du mußt nicht alle die Quellen des Dankes ver⸗ giften laſſen, die es ebenfalls bringt.“
„Ich dachte nicht an mein früheres Benehmen, Tante Emmeline. Ich dachte—“
„Woran, meine Liebe? ſage es mir ohne Rückhalt!“
„Daß ich nie, nie nur im Mindeſten vergelten kann, was ich Dir ſchulde,“ erwiderte Ellen mit plötzlicher Bewegung, die bei ihrem ruhigen Character ſehr ungewöhnlich war. „Ich kann niemals zeigen, wie dankbar, wie innig ich alle die Güte, die Liebe fühle, die Du mir von dem erſten Augen⸗ blicke an erzeigt haſt, als Du mich in Dein Haus nahmſt, ein unglückliches, verzogenes, krankes Kind, in dem letzten Jahre noch mehr als ſonſt. Meine eigene arme Mutter ver⸗ ließ mich in meiner gefährlichen Krankheit, und was haſt Du
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