nicht zu Deinem Erzeugniß, indem Du, anſtatt blos zu ſchweigen, es faſt verleugneteſt?“
„Da kann ich Euch wirklich nicht helfen,“ antwortete Mrs. Hamilton.„Ich kann mir nicht denken, warum meine Emmeline Etwas verbergen konnte, was uns Allen Vergnü⸗ gen machen mußte.“
„Ich denke, ich weiß es,“ ſagte Ellen ſchüchtern.„Em⸗ meline dachte daran, daß Du neulich ſagteſt, daß man ſich beherrſchen und nicht immer ſeiner Begeiſterung nachhängen müſſe, wie ſie es nannte, und vielleicht dachte ſie, Du wür⸗ deſt die Schrift nicht ganz billigen, und ſie wollte ſie daher verbergen.“
„Wie konnteſt Du das errathen, Ellen?“ antwortete Emmeline heftig, die in ihrem Erſtaunen über den Scharf⸗ ſinn ihrer Couſine vergaß, daß ſie ſich verrathen hatte.
„Weil ich daſſelbe gefühlt haben würde,“ antwortete Ellen einfach.
„Dann muß ich mich ſehr ſchlecht ausgedrückt haben, meine lieben Kinder, ſonſt hättet ihr Beide mich nicht falſch verſtehen dürfen. Ich wollte nicht, daß Du ein Talent, wie die Poefie, vernachläſſigen ſollteſt, ſondern es ſollte nur in ſeiner Sphäre bleiben, und nicht an die Stelle von ebenfalls geiſtigen Genüſſen treten, zu deren Erlangung Du aber mehr Geduld und Arbeit brauchſt. Die Poeſie iſt eine gefährliche Gabe, mein liebes Kind, ſo lange Du ſie aber dem gemein⸗ ſamen Hausſchatze darbringſt und ſie blos als eine Erholung betrachteſt, der man ſich nur hingiebt, wenn minder anziehende Pflichten und Arbeiten hinter Dir ſind, haſt Du meine volle Erlaubniß, ſie zu pflegen. Suche Dich nur durch das Stu⸗ dium unſrer beſten Autoren und alle Hülfsmittel, die ich Dir gewähren kann, darin fortzubilden. Kein Talent, das uns verliehen iſt, dürfen wir bei Seite werfen, meine Emmeline, unſere einzige Sorge muß die ſein, es nicht zu mißbrauchen, indem wir es zu ſehr begünſtigen. Aber ich darf Dir keine Vorleſung mehr halten, ſonſt möchte Percy ungeduldig wer⸗ den; ich ſehe, er hat Miß Harcourt bereits an das Piano ge⸗ ſetzt und Edward und Caroline ſtehen zum Walzer bereit.“
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