50 in ſolcher Weiſe entgegenzukommen, daß er den Muth zu ſei⸗ nem frechen Antrag gefunden habe. Zu ſeinem Erſtaunen hörte ſie ihn an, ohne eine Erwiderung zu verſuchen, aber er würde erſchrocken ſein, wenn er die bleiche Wange, die zu⸗ ſammengepreßten Lippen und die geballte Hand hätte ſehen können, womit Eleanor, als er ſie verlaſſen hatte, murmelte: „Vater, wenn es eine Sünde iſt, Dich zu verlaſſen, ſo komme ſie auf Dein Haupt. Ich würde mit Deiner Bewilligung ge⸗ heirathet haben, wenn Du ſie mir gegeben hätteſt, aber nun iſt mein Schickſal entſchieden, es giebt für mich keinen Frieden in England. Ich will mir wenigſtens die Qual erſparen, ein anderes liebendes Herz zu brechen.“
Faſt drei Wochen verfloſſen und Eleanor's ungewöhnliche Demuth und ſelbſt einigermaßen der Umſtand, daß ſie ſich von der Geſellſchaft zurückzog, wofür die Ankunft der Mrs. Hamilton eine gute Entſchuldigung war, beſänftigten den Zorn ihres Vaters gegen ſie faſt ganz und gar. Daß ſie einige Stunden jeden Tages von ihrer Schweſter getrennt zubrachte, konnte nicht Wunder nehmen. Emmeline war dankbar für dieſe Veränderung ihres Benehmens, aber etwas Vertrauliches kam nie wieder zwiſchen ihnen vor. Es ſchien Eleanor wenig zu bekümmern, daß Gerüchte in dem Bade umhergingen, welche die Namen Miß Manvers und des ver⸗ ſtorbenen Lord Fitzelair in Verbindung brachten, wiewohl ſie ihrer Familie natürlich Kummer verurſachten. Um dieſe Zeit kam eine Einladung an Eleanor von einer Dame von Rang, die ihrem Vater oberflächlich bekannt war und die zehn Mei⸗ len von Cheltenham auf einer ſchönen Villa lebte, auf der ſie eine ausgewählte Geſellſchaft erwartete, um ein Paar Wochen das Landleben zu genießen. Es war nichts in dem Brief, was die Furcht hätte erregen können, die ſich der Mrs. Ha⸗
milton bemächtigte, als Eleanor ihr denſelben zu leſen gab;
aber ſie ſprach ſich nicht darüber aus, da Lord Delmont geneigt ſchien, Eleanor die Einladung annehmen zu laſſen, da er wußte, daß die Lady viel zu exeluſiv war, als daß Capitän Fortescue ſich unter den Gäſten beſinden würde, und da er glaubte, daß Eleanor's ſcheinbare Gleichgültigkeit


