nähre. Sie ſprichts, eilt mit geflügelten Schritten fort, ſtürzt athemlos in den Richterſaal, wirft dem Richter das Geld vor die Füße, und verlangt, daß man augenblicklich ihren unſchuldigen Sohn aus dem Kerker entlaſſe. Ihre herbey geeilten Söhne beſtä⸗ tigten die mütterliche Ausſage, und geſtehen, daß ſie ihren Bruder nur darum angeklagt hätten, um das Los ihrer Mutter erträglicher zu machen. Der Richter, der dieſen ſchönen Beweis kindlicher Zärt⸗ lichkeit nicht genug bewundern konnte, zeigte dem Kaiſer die That ſchriftlich an, der die Mutter mit ihren drei Söhnen zu ſehen verlangte. Sie erſchie⸗ nen, wurden außerordentlich gelobt, und die Mut⸗ ter erhielt jährlich eine beſtimmte Summe zu ihrem jährlichen Unterhatt.
Antonio Grimani.
Antonſo Grimani, Procurator von San Marco
zu Venedig) und zugleich Oberbefehlshaber eines Heeres wider die Osmanen, wurde, weil ihm das Glück nicht günſtig war, von ſeinen heimlichen Fein⸗ den einer Untreue beſchuldigt, und von der Repu⸗ blit zum Kerker verdammt. Sein Sohn, der rö⸗ miſche Cardinal Domenico Grimani, begleitete ei⸗
nen unſchuldigen alten Vater, von dem gerührt en
Polke umgeben, bis zu dem Thurme, entfeſſelte ihn dort ſelbſt, half ihm die Leiter beſteigen, und bath inſtändig, man möchte ihn bey ſeinem lieben Vater im Gefängniſſe laſſen; weil man ihm aber das Letz⸗ tere verſagte, ſo kehrte er tiefgebeugt nach Rom
zurück.
Antonio Grimani, den man in den Kerker ge⸗ worfen und des Landes verwieſen hatte, wurde nachher in ſeine vorige Würde eingeſetzt, und nach
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