Teil eines Werkes 
1. Buch (1863)
Entstehung
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ſchlief dieſe Sehnſucht ein; zuweilen zog ſie mich gaukelnd in den bunten Rauſch der Straße. Aber mitten in der Betäubung hörte ich ihre klagende Stimme, wenn ſie erwachte und durch das Gläſerklirren und den tollen Jubel der Muſik mir zurief: wie arm biſt du, wie elend! Und wieder hörte ich die große Klage meiner Seele; und wieder riß ich mich los aus den lockenden Armen der Weltluſt und ſuchte die Einſamkeit und die Nacht. Da habe ich Dich gefunden. Wie eine Roſe, die man weit weggeworfen; wie eine Perle, die man in den Koth geſchlendert. Ich hob Dich auf; ich legte Dich an mein Herz. Dein Unglück und Deine Liebe ſind meine Schätze; und an meinem Herzen ſei Dein Platz im Leben und im Tode!

Und feſter preßte er den Arm des Mädchens, welcher in dem ſeinen ruhte, an ſeine klopfende Bruſt. Ihr aber floſſen Thränen über die zarten Wangen, indem ſie erwiderte:

Mein Herr, mein Geliebter! Mein Leben hatte keinen Werth für mich, ehe ich Dich geſehen; und ſeit⸗ dem ich Dich geſehen, hat es einen Werth nur, weil Du mich liebſt. Dieſer wunderbare Wechſel aus finſterer Nacht zu ſonniger Herrlichkeit hat meinen Blick geblendet und meine Seele verwirrt. Alles, habe ich gefürchtet, ſei nur ein Traum; ſolch einer, wie ich ihn mehrmals hatte, da ich noch im dunklen Hanſe wohnte; und ich zitterte, da ich Dir in jener Verkleidung als Dein Diener folgte, daß das Geſicht wieder auftauchen möchte mit den ſchrecklichen Augen, und daß mir die grauſamen Krallenhände das trügeriſche Gewand vom Leibe zerren,

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