verſlenes Gaſſengewirr, in welchem die Fäulniß, der
S tz und die Verworfenheit herrſchen.
Bis an die Säulen, deren Facade den Anblick dieſer unheimlichen Gaſſe vor der glänzendſten Straße Londons etwas verdeckt, trat George Meadows. Aus dieſer Gegend mußte das Lied gekommen ſein. Der Geſang war verſtummt; aber George hörte, indem er vorſichtig in den tiefen Schatten trat, den der Säulengang warf, wie hinter derſelben ein altes Weib mit keifender un⸗ angenehmer Stimme ein junges Mädchen, welches er für die Sängerin hielt, anfuhr. Er wagte es nicht, ſich vorzubeugen, aus Furcht, ſie zu verſcheuchen; er konnte ſie deswegen nicht ſehen, aber er verſtand bei dem vollkommenen Schweigen der Nacht jedes Wort.
„Du wirſt mich tödten!“ ſchluchzte das Mädchen mit von Thränen erſtickter Stimme, welche George Meadows unſäglich erſchütterte,„wenn Du fortfährſt, mich ſo zu mißhandeln!“
„Wäreſt Du todt!“ ſchrie das alte Weib.„Oder wäreſt Du nie geboren! Mir wäre wohler, und Dir auch! Aber da Du einmal auf der Welt biſt, ſo will ich Dich treten und ſchlagen, bis ich Dir Deine elende Seele aus dem Leibe getreten habe!“ Sie mußte ihre Drohung ausgeführt haben, denn das arme Weſen fing an zu wimmern, als ob man ihr eine ſchwere Miß⸗ handlung zugefügt.
„Willſt Du ſtill ſein, Du elende Creatur, die Du Schuld biſt an alle dem Elend und alle der Sünde? Und jetzt merke, was ich Dir ſage: ich gehe noch ein⸗ mal nach Vrewerſtreet hinauf und Du ſtellſt Dich an


