Seht, wie es funkelt und ſchimmert und wie es klingt, und winkt und lockt! Unter dem breiten, ſtolzen Säulenportal vom Thea⸗ ter Zhrer Majeſtät erſchienen zahlloſe Damen in Weiß mit rothen Mänteln, denen elegante Herren in weißer Halsbinde Platz machten im Gedränge. Die Oper war zu Ende. Man hatte Lucrezia Borgia aufgeführt. Madame Alboni hatte geſungen. Sie hatte das be⸗ rühmte Trinklied im letzten Akte ni g und hatte nie ſtürmiſcheren Beifall geerndtet als an dieſem Abend. Alles war entzückt. Der ſüße Zauber der italieniſchen Muſik verbebte weich in dem nicht ge⸗ rringeren Zauber der Londoner Mondnacht. 4 Eine lange, faſt unabſehbare Kutſchenreihe bedeckte den Abhang des Hahmarket⸗Hügels, eine dichte Maſſe, enden Livreen und
leuchtet! Hört,
andern kam vorgefahren. Dienſtmänner in langen Röcken,
den Hut in der Linken, öffneten den Schlag und ließen das breite Trittbrett nieder. Zarte Füßchen in weißem Atlas berührten es beim Einſteigen, der Dienſtmann ſchwang ſich vorn auf, die Roſſe zogen an, die Räder rollten und Wagen um Wagen verlor ſich im blauen Schatten von Pall⸗Mall und Piccadilly.
„Lady Caſtlemere!“ rief der Dienſtmann, als ſeine
wege erſchien. Einige Herren,
r einem hinge⸗
worfenen Wort, folgten ihr. Lady Caſtlemere war eine feſſelnde Erſcheinung von eigenartiger Schönheit, voll, üppig, mit goldblondem Haar und bläulichen, klugen
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