Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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Ant⸗ alle

lane ache ſter⸗ lus⸗ eine, und

.*) Potemkin's eigene Worte. Siehe v. Raumer Th. V. S. 573.

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lagern, und mich verleumden und verdächtigen, die ihr ſagen, ich habe Nichts im Auge als die Befriedigung meines Ehrgeizes und meine eigene Größe. Oh ſie haben ſchon mächtig eingewirkt auf Katharina's Character, ſie haben ihre große Seele mit Schmeicheleien verweichlicht, ſo daß ſte nicht mehr im Stande iſt, eine unangenehme Wahrheit ohne Zorn zu hören; ſie haben ihr großes Herz mit Miß⸗ trauen und Argwohn erfüllt, ſo daß ſie ſelbſt Mir oft nicht ganz mehr traut, und daß ich oft zu den gefährlichſten Mitteln meine Zuflucht nehmen muß, um mir bei Katharinen mein Anſehen und meine Stellung zu bewahren. Wir ſehen hier niemals rückwärts oder vorwärts, ſondern werden allein von den Eindrücken des Augenblicks regiert. Ein guter und treuer Unterthan weiß daher nie, wie er ſein Benehmen einzurichten habe. Wäre ich gewiß, gelobt zu werden, wenn ich Gutes, und getadelt zu werden, wenn ich Schlechtes thue, ſo wüßte ich doch, was ich zu erwarten habe. Aber dieſe Unter⸗ ſcheidungskraft fehlt, und wenn den Leidenſchaften geſchmeichelt wird, fragt man niemals den Verſtand um Rath*). Aber dies Alles, ich ſchwöre es beim Grabe meiner Mutter, dies Alles ſoll jetzt anders werden, ich will meine Gewalt über die Kaiſerin ganz und ungetheilt wieder gewinnen, ich will wieder der Herr werden, und Niemand ſoll es mehr wagen, mir meine Herrſchaft noch ſtreitig zu machen! Wehe meinen Feinden, ſie ſollen zittern unter dem Fußtritt Potem⸗ kin's, ich will ſie vernichten, wo ich ſie finde, und wäre es ſelbſt auf den Stufen des Thrones!

Und indem Potemkin ſo ſprach, ballte er ſeine Hände zur Fauſt zuſammen, und hob ſeine ſtarken herkuliſchen Arme wie zum zer⸗ ſchmetternden Schlag empor.

Oeſterreich wird immer bereit ſein, Ew. Durchlaucht ſeinen Bei⸗ ſtand gegen alle Ihre Feinde zu verleihen, ſagte Graf Cobenzl eifrig.

Ich glaube das, rief Potemkin, von dem höchſten Zorn jetzk zu der beſonnenſten Ruhe übergehend, ich glaube das, denn es liegt in Eurem Vortheil. Ihr wißt, daß nur Ich Euch helfen kann Eure Zwecke zu erreichen, und Euer Zweck iſt: Ihr wollt Rußlands ganze Politik umgeſtalten, Ihr wollt uns neue Freundſchaften geben. Wir