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einen Orden, verſpricht mir ein Herzogthum, eine deutſche Prinzeſſin und ſeinen dereinſtigen Schutz, aber er verſpricht mir das Alles nicht aus Liebe zu meiner Perſon, ſondern aus Furcht vor meiner Perſon. Preußen iſt ehrlich, heißt alſo, Preußen bedarf meiner, und darum ſchmeichelt es mir. Ah, ich bin alſo doch mächtiger, als Panin, mächtiger als der Großfürſt, denn dieſe Beiden gehören zu der Parrei des Königs von Preußen, und er wendet ſich von Ihnen ab, und kommt zu mir. Der Eine Potemkin iſt mächtiger, als dieſe Beiden — ja, als dieſe Beiden, unterbrach er ſich ſelber, aber auch mächtiger als ihrer Drei? Der dritte iſt Orloff! Werde ich auch dann noch der Mächtigſte ſein, wenn Orloff einſt wiederkehrt? Ach, dieſer Or⸗ loff iſt der Alp, der mich ewig bedrückt, der wie ein Geſpenſterſchatten meinen Glanz und meine Herrlichkeit umdüſtert. Ich kann nicht ruhen, ſo lange Orloff athmet, ſein Leben ſchon iſt für mich eine Gefahr, ſeine Gegenwart für mich eine Drohung mit einem aufgehobenen Schwert! Er oder ich, Einer von uns Beiden muß weichen, denn Rußland iſt zu klein für uns Beide.— Wer aber iſt es, der weichen und dem Andern Platz machen muß? Ich nicht, nein, beim ewigen Gott! Ich nicht! Wie ein Elephant will ich daſtehen, und unter dem Schritt meiner Füße, die jetzt Millionen Menſchen zittern machen, wird doch wohl Raum ſein für einen Orloff?
Und indem Potemkin das ſagte, brach er in ein lautes, wildes Lachen aus, und ſeine Augen blitzten auf in Haß und wilder Schaden⸗ freude. Aber als jetzt ein leiſes Geräuſch an der Thür ſich vernehmen ließ, ſchrak Potemkin zuſammen, und ſein Geſicht nahm einen faſt angſtvollen Ausdruck an.
Wie wagſt Du es, mich abermals zu ſtören, ſchrie er dem ein⸗ tretenden Officier entgegen. Habe ich Dir nicht geſagt, daß ich allein ſein, daß ich Niemand empfangen will?
Durchlaucht, ich glaubte, die fremden Geſandten machen heute, wie immer, eine Ausnahme! Der Graf Cobenzl, der Geſandte Oeſter⸗ reichs, wünſcht Ew. Durchlaucht ſeine Aufwartung zu machen.
Cobenzl? fragte Potemkin raſch. Iſt er allein?
Ganz allein, Durchlaucht!
Es iſt gut. Geh hinaus! In zehn Minuten öffne die Thüren und laß den Grafen Cobenzl zu mir eintreten!


