Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 2. Band (1857)
Entstehung
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welcher ſeine eigene Reiſe, wie er ſte von Wien nach Mohilew, Moskau und Petersburg gemacht, der ganzen Länge nach und mit verſchiedenen, durch Zeichnungen hervorgehobenen Einzelnheiten dargeſtellt und ge⸗ ſtochen war*).

Nicht übel, ſagte Potemkin mit einem ſpöttiſchen Lächeln, doch leider nicht ganz neu, denn in Paris iſt dem kleinen Grafen Falken⸗ ſtein ſchon Aehnliches geſchehen. Weiter, Naniſchkin!

Von dort begab ſich der Kaiſer in die Akademie der Künſte, und 4 da legte ihm der Präſident eine Mappe mit Kupferſtichen vor, unter denen ihm wieder ſein eigenes meiſterhaft ausgeführtes Portrait ent⸗ gegenſchaute mit der Inſchrift: multorum providus urbes et mores hominum inspexit.

Wer hat dieſe Inſchrift angegeben? fragte Potemkin raſch.

Ihro Majeſtät die Kaiſerin ſelber, erwiderte der Polizeiminiſter ſich bei dem Namen der Kaiſerin tief verneigend.

Das iſt in der That eine erhabene Schmeichelei, rief Potemkin, und ich wette, der kleine Kaiſer war ganz berauſcht davon! 4 4

Es ſcheint, Durchlaucht, daß er eine gute Portion dieſer Götter⸗ ſpeiſe der Schmeichelei vertragen kann, der Kaiſer blieb ganz gelaſſen dabei, und das ruhige, halb ſpöttiſche Lächeln, das immer ſeine Lippen umſpielt, verließ ihn auch dabei nicht einen Moment. Mit dieſem

halben Lächeln betrachtete der Kaiſer geſtern auch unſere kaiſerliche Münze, wo die ungeheure Menge von Silberbarren, die er dort fand, 1 ihn nur zu der Frage veranlaßte: ob immer ſo viel Silber in der Münze vorhanden ſei**)?

Potemkin lachte laut auf. Das iſt eine ſchlaue Frage, ſagte er, 6 der kleine Falkenſtein beweiſt damit, daß er uns ein wenig hinter die Couliſſen geſchaut hat, und ganz wohl begreift, daß wir überall zu ſeinem Cmpfang unſern beſten Feſttagsputz angelegt haben, den wir wieder in die Truhe packen, wenn er fort iſt.

Ja, es ſcheint wirklich, als ob der Kaiſer von Oeſterreich nicht an den enormen Reichthum Rußlands glaubt, ſeufzte der Miniſter,

als er ihn aufſchlug, fand er darin unter Andern eine Karte, auf 7

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*) Theodor Mundt: Der Kampf um das ſchwarze Meer. S. 141. **) Theodor Mundt: Kampf um das ſchwarze Meer. S. 143.