Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 4. Band (1857)
Entstehung
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muß erſt abſchließen mit allen Beziehungen des Lebens, muß reiſe fertig ſein, um, wenn es ſein muß, die große Reiſe in das Jenſeits antreten zu können, muß mich erſt losreißen von Allem, was mir theuer iſt, und dem letzten Traum meines Lebens entſagen! In acht Tagen, Lacy, gehen wir zur Armee ab, die uns immerhin langſam vorangehen mag! Oh, und wenn wir erſt im Feldlager ſind, dann werden wir nicht Zeit haben, unſerer Träume und unſerer Schmerzen

zu gedenken, und das iſt am Ende auch ein Glück!

V.

Die Trauung und Trennung.

Die acht Tage waren verfloſſen, alle Geſchäfte waren beendet, die Regimenter waren ausgerückt und auch der Kaiſer war jetzt reiſe⸗ fertig. Er hatte in dieſen acht Tagen raſtlos gearbeitet, hatte ſich Tag und Nacht keine Ruhe gegönnt, und wenn ſeine Freunde ihn beſchworen, ſich zu ſchonen, wenn ſein Leibarzt es wagte ihn zu er⸗ mahnen, mehr Sorgfalt auf ſeine Geſundheit zu verwenden, und von unregelmäßigem Puls und von Fieberröthe auf den Wangen ſprach, ſo wies Joſeph alle dieſe Mahnungen kopfſchüttelnd und mit einem ſanften Lächeln zurück.

Der Staat hat mich nicht zum Kaiſer gemacht, ſagte er, damit ich meines Leibes pflege und an mein Wohlergehen denke, ſondern damit ich für ihn arbeite, und ſeinem Wohlergehen jede Stunde

meines Lebens weihe. Ich bin nur der erſte Beamte meines Staates,

und wenn ich nicht m

hr die Kraft habe, meine Schuldigkeit zu thun, ſo muß ich mich penſtoniren laſſen und in ein Kloſter gehen, wie Carl der Fünfte.*) Dazu habe ich aber noch gar keine Luſt, ſondern ich möchte gern noch ein wenig als Kaiſer le

ben, und dann zuletzt

*) Des Kaiſers eigene Worte. Siehe Hübner I. S. 184.

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