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wohin die Empörung noch nicht gedrungen war, ſchaarten ſich zu⸗ ſammen, bewaffneten ſich und zogen wider die Empörer aus. Es gelang ihnen, einzelne von ihnen gefangen zu nehmen, und dieſe ließen ſte, als freie, unumſchränkte Herren, die nur Gott Rechenſchaft ſchuldig ſind, auf grauſame und martervolle Weiſe hinrichten.
Dieſe Hinrichtungen, ohne Befehl und Billigung des Kaiſers, fachten die Wuth noch höher an und reizten die Empörer zu feſterm Verharren in ihrem Kampf gegen dieſen übermüthigen Adel, der ſich dünkte, als Souverain ſchalten und walten zu können. Jetzt ver⸗ langten ſie überall mit ſtürmiſchem Wuthgeheul, der Adel ſolle auf⸗ hören zu exiſtiren, die adligen Beſitzungen ſollten unter das Bauern⸗ volk getheilt werden. Die Edelleute ſollten ihren Adel abſchwören und bis zur Krönung des rechtmäßigen Königs, des Kaiſers Joſeph, der ſich deshalb nur bis jetzt nicht habe in Ungarn krönen laſſen, weil er wolle, daß erſt das ganze Volk frei und gleich, und vom Adel befreit ſei, bis zur Krönung Joſeph's ſollten ſie Alle Horja, als dem General⸗Capitain von Ungarn, gehorſam ſein.
In einer eigenen Schrift ließ Horja dieſe Bedingungen des Frie⸗ dens auf der Comitatstafel der Edelleute niederlegen, und da ſie die⸗ ſelbe keiner Antwort würdigten, begann das Rauben und Sengen, das Plündern und Morden mit erneuerter Wuth.
Aber nur das Eigenthum der Cdelleute griffen ſie an, geheiligt war ihnen, was dem Kaiſer gehörte, denn der Kaiſer war ihr gelieb⸗ ter Herr, aber ihm allein wollten ſie unterthan ſein, er ſollte der einzige Herr und Edelmann bleiben in Ungarn und Siebenbürgen, jeder andere Adel, jedes andere Eigenthum ſollte aufhören!
Der Kaiſer durfte nicht länger ſchweigen zu dieſen Worten und Thaten der Empörer, die ſich verrühmten, in ſeinem Sinn und ſeinem Namen zu handeln; er hatte anfangs gehofft, es mit der Milde ver⸗ ſuchen zu dürfen; er hatte allen Empörern einen General⸗Pardon zuerkannt, und nur auf das Haupt ihres Anführers Horja einen Preis von dreihundert Ducaten geſetzt.
Aber die armen, bethörten Bauern, welche den Worten geglaubt,
die ihnen Horja als die Worte des Kaiſers mitgetheilt, ſie glaubten
nicht an den General⸗Pardon des Kaiſers und hielten ihn nur für eine Liſt, mit welcher ihre Gegner ſie bethören wollten. Kaiſer Joſeph. 3. Abth. IV.
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