Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 3. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

162

Kirche mögen feindlich zwiſchen uns ſtehen, aber unſere Herzen können doch zu einander ſtehen, und über dem Abgrund, der uns trennt, können wir uns doch zuweilen die Hände reichen und uns einen Gruß der Freundſchaft zurufen. Nicht wahr, Ew. Heiligkeit, ſo ſoll es ſein?

Er reichte Pius ſeine beiden Hände dar und ſchaute ihn freund⸗ lich an aus ſeinen großen, offenen Augen.

Ja, ſo ſoll es ſein, ſagte Pius, ſeine Hände in die des Kaiſers len in unſerm Innern Freunde bleiben, trotz der Außen umtoben werden! Und dies ſei m Gruß laſſen Sie mich von hinnen Dies Kreuz, welches die ver⸗

legend, ja, wir wol Feindſeligkeiten, die uns von unſer Scheidegruß, mit dieſe gehen, denn es iſt Zeit zum Aufbruch! ſchwenderiſche Freundſchaft Ew. Majeſtät mir gegeben, werde ich als ein ſtrahlendes Pfand Ihrer Neigung mit mir nehmen nach Rom, und werde es tragen zu der Erinnerung des hochherzigen Kaiſers, für den ich alle Tage zu Gott beten werde, daß er Ihr großes Herz erleuchten und wenden möge von dem Pfade des Irrthums zurück zu dem Pfade der Kirche. Denn in der Kirche allein iſt das wahre Heil und die wahre Erlöſung, und wer wider die Kirche ſtreitet, der ſtrei⸗ tet wider Gott, denn die Kirche iſt ſein auserkornes Haus, und in ihr wohnen heißt: bei und mit Gott ſein! Leben Sie wohl, und Gott ſei mit Ihnen und lehre Sie ſeine Wege finden und erkennen!

Schluß des dritten Bandes.

Druck von J. Draeger in Berlin, Adlerſtr. 9.