Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 3. Band (1857)
Entstehung
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ernſte Wendung genommen, denn ſicher lag es nicht in der Abſicht Eurer Heiligkeit, mit mir eine Geſchäftskonferenz zu halten, ſondern Sie wollten mir die Gnade eines freundſchaftlichen Beſuchs erzeigen, und ſolchen Beſuchen müſſen die Staats⸗Angelegenheiten immer fern bleiben, denn die Geſchäfte des grünen Tiſches paſſen nicht für das Geſellſchaftszimmer. In dieſem ſollte man ſich nur von den heitern Dingen des Lebens unterhalten, von den Wiſſenſchaften, den Künſten und Allem, was das Leben ſchmückt und verſchönt. Ew. Heiligkeit ſind ja auch ein gnädiger Gönner der Wiſſenſchaften und Künſte!

Ich liebe die Künſte, ſagte der Papſt ſanft, liebe beſonders die Kunſt, welche zur Verſchönerung der Kirche und zur Erweckung einer heiligen und andächtigen Freude am Meiſten beitragen. Es ergeht mir damit, wie mit dem Menſchen, denn ich ſchätze auch diejenigen Menſchen am höchſten, welche die Kirche ſchmücken und zieren, und zu ihrer Verherrlichung beitragen.

Aber es können doch nicht alle Menſchen ſich zu Pinſeln machen, um die Kirche mit Heiligenbildern und Wundermährchen auszumalen, rief Kaunitz, denn, nicht wahr, ich habe recht gerathen, die Malerei iſt die Kunſt, welche Ew. Heiligkeit am Meiſten lieben?

Ja, die Malerei, welche die eigentliche chriſtliche Kunſt iſt!

Ach, wenn Ew. Heiligkeit die Malerei lieben, ſagte Kaunitz raſch, ſo darf ich hoffen, Ihnen auch in meinem Hauſe einen kleinen Genuß zu gewähren, denn ich beſitze eine ziemlich bedeutende Gemälde⸗Sammlung und ich bitte Ew. Heiligkeit um das Vergnügen, Ihnen dieſelbe zeigen zu können.

Er ſtand auf, bevor noch Pius ſeine Zuſtimmung gegeben, die Gemälde zu ſehen, und bat den Papſt, ihn in den anſtoßenden Saal zur Beſichtigung ſeiner Gemälde zu begleiten.

Pius erhob ſich langſam aus ſeinem Lehnſeſſel und folgte dem Fürſten, der mit raſcherem Schritt ihm vorauseilte, und die Thüren zu dem Saal öffnete. Ehrerbietig folgten dem Papſt ſein Caplan, e⸗ und die Gräfin Clary, und der Staatsreferendar Baron von Binder, welche während des Geſprächs zwiſchen Pius und dem Fürſten ſich ehrfurchtsvoll bis an die Thür zurückgezogen hatten.

Sie traten ein in den großen Saal, deſſen hohe Wände rings