Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 3. Band (1857)
Entstehung
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ſein

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Und war's nur die Furcht vor der kühlen Luſt, oder vor dem Segen des Papſtes, Fürſt Kaunitz ſetzte ſchnell ſeinen Hut wieder auf ohne nur die Erlaubniß des Papſtes abzuwarten.

Pius gab ſich den Anſchein dies nicht zu bemerken, und indem er ſich langſam auf einen Lehnſtuhl niedergleiten ließ, bat er den Fürſten mit ſanfter Stimme, neben ihm Platz zu nehmen.

Kaunitz ſetzte ſich ihm gegenüber, und richtete ſeine großen blauen Augen mit kalter ſtarrer Ruhe auf das Angeſicht des Papſtes, und erwartete mit vollkommener Gelaſſenheit, daß dieſer die Unterhaltung beginne.

Eine Pauſe trat ein; dieſe eiſige Ruhe des Fürſten ſchien den Papſt zu verwirren und zu betrüben, denn er bewegte ſich unruhig hin und her, und ein Ausdruck tiefer Trauer flog über ſeine Züge hin. Aber er raffte ſich gewaltſam zuſammen, und rief wieder ſein ſanftes, ſo oft geprieſenes Lächeln auf ſeine Lippen zurück.

Ich bin zu Ew. Durchlaucht gekommen, weil ich wünſchte Ihnen einen hohen Beweis meiner Achtung und Anerkennung zu geben, ſagte Pius endlich.

Kaunitz verneigte ſich leicht. Und ich bin von dieſem Beſuch um ſo mehr überraſcht worden, als ich aus den Breven Eurer Heilig⸗ keit niemals die Achtung und Anerkennung herausleſen konnte, die ich als Staatsmann und treuer Diener Oeſterreichs zu verdienen glaube.

Vielleicht haben wir uns Beide mißkannt, ſagte Pius ſanft, und deshalb eben bin ich ſelbſt hierhergekommen nach Wien, um alle Miß⸗ verſtändniſſe zu löſen, alle Hinderniſſe bei Seite zu ſchieben, welche dem Kaiſer, meinen geliebteſten Sohn in Chriſto, den Weg zu der allein ſeligmachenden Kirche zu verſperren ſchienen. Vielleicht iſt es mir gelungen, vielleicht werden auch Ew. Durchlaucht, wie ich es mit heißen Gebeten vom Himmel erflehe, dieſen Weg wiederfinden.

Ich hoffe, daß ich mich niemals von mänem rechten Wege ver⸗ irrtrhabe, ſagte Kaunitz feſt. Die Größe, Freiheit und Unabhängig⸗ keit Oeſterreichs iſt das Ziel und Streben meines ganzen Lebens ge⸗ weſen, und immer bin ich meinem edlen Kaiſer behülflich geweſen die Ketten zu zerreißen, mit welchen man ihn binden und ihn abhängig machen möchte von einem fremden Willen. Jetzt giebt es in dieſem