Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 3. Band (1857)
Entstehung
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jetzt beleuchtete der brennende Kronleuchter des Flurs ihr bleiches Angeſicht, ihre glühenden, zornigen Augen, ihre zuckenden Lippen.

Frau Gräfin Arabella Baillou, ſagte eine dieſer dunklen Ge⸗ ſtalten, welche die Beiden hieher geführt, im Namen des Kaiſers, ich verhafte Sie!

Sie ſchaute ihn an mit einem finſtern, trotzigen Blick. Wer ſind Sie? Ich kenne Sie nicht!

Er nahm ſeinen Hut ab, und verneigte ſich mit einem ſpöttiſchen Lächeln. Ich bin der Polizei⸗Director von Fuchs, Gräfin, und hier iſt meine Ordre, Sie zu verhaften, vom Kaiſer ſelbſt geſchrieben.

Er wollte ihr das Papier hinreichen, ſie ſtieß es unwillig zurück, und ihr Auge ſuchte mit zornigen Blitzen den Obriſt Szekuly, der bleich und wie zerbrochen an dem Pfeiler der Hausthür lehnte.

Das iſt Ihr Vetter und Ihr Freund, nicht wahr? fragte ſte mit ſcharfer, ſchneidender Stimme. Sie haben dem Polizei⸗Director als Spürhund gedient, welcher das Edelwild auftreibt und es in die auf⸗ geſtellten Netze jagt? Sie ſind gekommen, um mich mit Liſt zu bereden, daß ich entfliehe, damit ich den Anſchein der Schuld auf mich häufte?

Der Obriſt ſtieß einen lauten Schmerzensſchrei aus, der unheimlich wiederſchallte in der weiten Halle des Flurs. Ich wollte Sie retten, bei Allem, was mir heilig iſt! rief er verzweiflungsvoll.

Und dafür muß ich Sie jetzt auch gefangen nehmen, mein armer, großmüthiger Freund, ſagte der Polizei⸗Director traurig. Aber es wird nur auf kurze Zeit ſein, Sie werden ſchnell beweiſen können, daß Sie nicht der Mitſchuldige dieſer Dame, ſondern nur der von ihr Betrogene ſind. Laſſen Sie Sich von zweien meiner Leute nach Hauſe führen. Sie haben Hausarreſt bis auf Weiteres! Und Sie, Madame, kommen Sie, der Wagen erwartet Sie ja!

Erlauben Sie mir noch zuvor, Ihrem Freund ein paar Worte des Abſchieds zu ſagen? fragte die Gräfin.

Thun Sie das immerhin, aber eilen Sie Sich!

Arabella nickte dankend mit dem Kopf und ſchritt zu dem Obriſten hin, der immer noch an der Thür lehnte, und mit bleichen, ver⸗ zweiflungsvollen Mienen ſie anſtarrte.

Herr Obriſt Szekuly, ſagte ſie leiſe flüſternd, Sie haben mir auf meine Documente funfzigtauſend Gulden geliehen. Dieſe Documente