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gäb’ er ſeinen Schreibern, daß die ſie läſen und darauf antworten, als ob's der Kaiſer ſelber thät. Nun aber hab' ich, den die Bauern ausgewählt, Euch die Bittſchrift herzutragen, nun hab' ich verſprochen, den Herrn Kaiſer ſo lange anzuflehen, bis er die Bittſchrift gleich in meiner Gegenwart lieſt, und alſo, damit ich weiß, daß Ihr das thut, wollt ich den Herrn Kaiſer bitten, daß er ſte laut leſen möge, damit ich höre, was Ihr leſet, und ob Ihr das auch zu leſen verſteht, was wir geſchrieben haben.
Der Kaiſer lächelte traurig. Man hat mich alſo auch dort in Ungarn ſchon verleumdet? fragte er. Man hat Euch geſagt, daß ich die Bittſchriften nicht leſe, und alſo kein Herz und keine Augen habe für die Noth meines Volkes? Ich ſag' Dir, mein Freund, und Du kannſt es daheim überall mir nachſagen: Der Kaiſer lieſt jede Bitt⸗ ſchrift ſelbſt, und wenn's ihm freilich auch viel Zeit koſtet, ſo weiß er doch, daß Gott die Zeit ſegnet, die er ſeinem Volk weiht, und darum wenn die Tage nicht ausreichen, nimmt der Kaiſer die Nächte zu Hülfe, um zu arbeiten für ſein Volk. Denn der Kaiſer liebt ſein Volk, der möcht' ſein Herzblut hingeben, um ſein Volk glücklich zu machen! Sag' das meinen Ungarn, und ſag' ihnen, ſie ſollen getroſt mir Alles ſchreiben, was ſie plagt und bedrückt. Ich werd's immer ſelbſt leſen, und wenn ich kann, werde ich ihnen helfen!
Ich werde den Ungarn Eure Worte wiederholen, Herr Kaiſer, und ich werde ihnen ſagen, daß ich in Eurem Antlitz geleſen, daß es Euch Ernſt geweſen mit Euren Worten. Zur mehreren Sicherheit aber möcht' ich den Herrn Kaiſer erſuchen, mir doch lieber die Bitt⸗ ſchrift laut vorzuleſen.
Und zur mehreren Sicherheit will ich es thun, rief der Kaiſer lächelnd. Kann ich ſte Euch hier vor den Leuten vorleſen, oder wollt Ihr mit mir in mein Cabinet gehen?
Es kann hier geſchehen, Herr Kaiſer. Die Noth des ungariſchen
Bauern ſchreit zum Himmel empor und ſoll kein Geheimniß ſein vor
den Menſchen!
Der Kaiſer nickte dem Bauer freundlich zu, und die Bittſchrift auseinander ſchlagend, las er:„Barmherzigſter Kaiſer! Vier Tage Frohndienſt, den fünften Tag auf die Fiſcherei, den ſechsten Tag mit


