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auf, der für Oeſterreich ein Unglück wäre, haben Sie den Muth Sich ſelber zu überwinden, und über Ihr gedemüthigtes und empörtes Herz den Panzer ſtrenger Pflichterfüllung zu legen. Das Schickſal hat Ihnen in dieſem unſeligen Kriege nicht geſtatten wollen, Sich als ein Held der That zu zeigen; ſeien Sie alſo ein Held des Leidens, und tragen Sie Ihren gerechten Schmerz mit einer großen ſtarken Seele!
Ach Lacy, Sie wollen aus mir einen Märtyrer machen! ſeufzte der Kaiſer mit einem traurigen Lächeln. Das Märtyrerthum iſt eine gar traurige Berühmtheit, und man muß erſt ſich an tauſend Wunden verblutet haben, um ſte zu erlangen. Und Sie, Loudon? fragte der Kaiſer, ſich an den Feldmarſchall wendend, der bisher ſchweigend, und verdrießlich vor ſich hingeſtarrt hatte. Nicht wahr, Sie begreifen meinen Zorn, und billigen meinen Plan? Denn ich weiß, auch Sie haben mit ſchwerem Herzen den Jammer dieſes Krieges ertragen, ich⸗ weiß, auch Sie haben nur mit kummeryvollem Herzen ſich dem Be⸗
fehl der Kaiſerin gefügt, und die Gelegenheit unbenutzt gelaſſen, dem
Teinde eine Schlacht zu liefern und ſich neue Lorbeern zu pflücken. Ich weiß, daß Ihr tapferes und kühnes Herz nichts ſehnlicher wünſcht, als die Fortſetzung dieſes Krieges, daß Sie meine Empörung und meinen Schmerz begreifen, und es daher auch billigen werden, wenn ich nicht heimkehren will nach Wien, nicht unterthänig und gehorſam mich dieſen Friedensbedingungen fügen will, von denen ich im Vor⸗ aus weiß, daß ſie demüthigend und ſchmachvoll für Oeſterreich ſein werden.
Der greiſe Feldmarſchall neigte ernſt ſein Haupt, und ſeine kleinen grauen Augen richteten ſich mit einem düſtern Feuer auf das bewegte Antlitz des Kaiſers.
Ew. Majeſtät haben Recht, ſagte er mit lauter feierlicher Stimme, Oeſterreichs Nachgiebigkeit in dieſer Sache wird ihre herben Früchte tragen; ich begreife daher den Unwillen vollkommen, mit dem Ew. Majeſtät dem bevorſtehenden Frieden entgegenſieht, und betrachte jedes rechtliche Mittel, ſolchen Friedensſchluß zu verhindern, als ein Gebot der Staatsklugheit.
Oh, rief Joſeph mit ſtrahlenden Augen, Loudon giebt mir Recht, Loudon billigt meinen Entſchluß, nicht nach Wien zu gehen! Das


