Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 1. Band (1857)
Entstehung
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Katharina von Rußland jetzt thut*)! Und denken zu müſſen, daß wir ſelber es ſind, welche Rußland das Recht gegeben, daß wir ſelber das unglückliche Deutſchland an die Kette gelegt, und es zu einem Vaſallen von Rußland gemacht haben! Oh erſt nach langen Zeiten und nach ſchweren Erfahrungen wird man begreifen, welch' eine Laſt man Deutſchland aufgelegt hat mit der ruſſiſchen Protection und Vermittelung, und wenn die böſe Sieben der Geſandten in Teſchen jetzt die Angelegenheiten Deutſchlands auf ihre Weiſe ordnet, ſo wird Oeſterreich nicht bloß Baiern verlieren, ſondern Deutſchland wird ſeine Freiheit und Unabhängigkeit verlieren an Rußland. Und Ihr meint, daß ich mich dem unterwerfen ſoll, daß ich, der deutſche Kaiſer, ſchweigen ſoll zu dieſer Demüthigung, daß ich, der Mitregent von Oeſterreich, den Frieden unterzeichnen ſoll, den ſie wider meine Anſicht und meinen Willen da zurechtmachen wollen?

Ew. Majeſtät ſind in dieſer Sache nur der Mitregent, ſagte Lacy traurig. Maria Thereſia iſt die regierende Kaiſerin, in ihrer Hand allein lag die Entſcheidung und ſie hat entſchieden!

Nun wohl denn, ſie hat entſchieden, rief Joſeph heftig, aber auch ich habe entſchieden. Entſinnen Sie Sich, Lacy, was ich meinem Bruder ſagte, als er zu mir hierher kam? Ich ſagte ihm, daß wenn die Kaiſerin einen Frieden eingehen wolle, der nicht der Ehre und den Rechten Oeſter⸗ reichs entſpräche, ich nicht zu ihr nach Wien zurückkehren, ſonderen in irgend einer andern deutſchen Stadt meine Reſidenz aufſchlagen wül xde?

Ich entſinne mich deſſen, Sire! t

Und ich frage Sie Beide, halten Sie dieſen Frieden, den wir haben werden, für ehrenvoll? Glauben Sie, daß es ſich mit der Ehre Oeſterreichs, daß es ſich mit meiner perſönlichen Ehre verträ gt, wenn die Diplomatie jetzt dieſen Krieg entſcheidet, indem unſe re Schwerter nicht eine einzige entſcheidende That wagen durften?

war nicht eine Antwort

an Oeſterreich richtete, lben von

or dem Eintreffen deſſe aſſungen und Ver⸗

*) Die Note, welche Katharina von Rußland

Brief der Kaiſerin Maria Thereſia, ſondern war ſchon v Die Czarin ermahnte darin die Kaiſerin, die Verfe

und drohte, daß nicht entſchlöſſe, nach

auf den Petersburg abgegangen.

träge Deutſchlands heilig zu halten, wenn Oeſterreich ſich

Menſchlichkeit ſich mit Preußen und den andern Mächten zu vergleichen, in ernſthafte Betrachtung werde ziehen müſſen, was ſie dem Inter die ihre Freunde ſeien und ihre Unterſtützung n gegen Alliirte ſchuldig ſei. Siehe Au

aller Billigkeit und die Kaiſerin von Rußland, Deutſchlands, dem Intereſſe der Prinzen, geſucht hätten, und vor Allem ihren Verpflichtungen Wolf: Oeſterreich unter Maria Thereſia S. 569.