103
und in halben Tages genügt haben würde, um ihnen gerade gegenüber zu zur Be⸗ ſein, und wie freudig wären ſie bereit geweſen, mit den Oeſterreichern is fehlte endlich den entſcheidenden Kampf zu wagen, und wär's auch nur Pferde,„ geweſen, um ihnen ihr gut eingerichtetes Lager und ihre Eßwaaren ern von abzugewinnen!
Seuchen Aber immer wieder, wenn ſie der Entſcheidung glaubten ganz apferſten nahe zu ſein, hatte der König, als ſähe er den herausfordernden
Feind da drüben nicht, es vermieden den Kampf zu beginnen, und ſtatt des Kampfes war den Soldaten nur das Fouragiren erlaubt. Indeß auch dies war ſchon eine Erlaubniß, von welcher die preußiſchen Soldaten wenig Vortheil mehr zu ziehen vermochten, und das wenig dazu geeignet war, ihren Hunger und ihre Noth zu lindern. Das arme Böhmen war ausgeplündert und leer, es bot den Hungernden keine Hülfsmittel, den Kranken keine Pflege mehr dar;
s heitere
Lager⸗ duldeten akheiten, nſeitigen
weite denn die Böhmen, voll Haß und Ingrimm gegen den Feind, der mit uſtigten, ſo ſchonungsloſer Grauſamkeit ihnen ihr Eigenthum nahm und ihre lhohen Felder verwüſtete, die Böhmen waren zu ganzen Schaaren aus dem hen. 88 vom Feinde beſetzten Theil Böhmens ausgewandert, und hatten ſich f. id hinüber gerettet zu den Oeſterreichern. Und dennoch beſtand der ke ſih König darauf, daß ſein Heer noch ferner ſeinen Unterhalt aus Böhmen ziehen müſſe, und alle Vorſtellungen, alle Bitten ſeiner Genchale
danken hatten bei ihm nur ein übelgelauntes, mürriſches Nein! zur Ant⸗ daß wort gehabt. wellh Dieſes fortgeſetzte Nein! hatte endlich das Heer zur Verzweiflung ahnm getrieben, und ſeit einigen Tagen herrſchte unter den Soldaten eine 4 ſich den Gährung und Aufgeregtheit, welche die Officiere zu ängſtigen begann, in, das und die ſie weder durch Drohungen, noch durch gute Worte mehr zu 1 ſchon beſchwichtigen vermochten. theils Wir wollen dem König unſere Noth klagen! Wir wollen mit ſeit dem dem König ſelber ſprechen, und er muß uns hören wenn er noch der einzige alte Fritz iſt! riefen die Soldaten wild durcheinander, und mit dieſem Schal⸗ Ruf wälzte ſich ein Haufen Artilleriſten dem Quartier des Königs zu. hrinkt In Reih und Glied ſtellten ſie ſich vor demſelben auf, die Kampſ⸗ blitzenden, herausfordernden Augen unverwandt auf die Fenſter ge⸗ jeines 8 richtet, hinter denen der König verweilte.
Wir wollen unſern König ſprechen! Hurrah! Es lebe unſer
8


