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wenn es gar keine Schriftſteller auf der Welt gäbe. Und müßt Ihr denn einmal durchaus ſchreiben und kommt's über Euch wie die Krank⸗ heiten, welche die Kinder durchmachen müſſen, um geſund zu werden, nun meinetwegen, ſo ſingt den Mond an und die Sonne, erfindet Euch Romane, und macht Theaterſtücke zum Amüſement der Leute, aber laßt Eure Händ' fort von dem, was Euch nichts angeht, und ſcheert Euch nicht um die Regierungen, von deren Thun und Treiben Ihr gar nichts verſteht, und die ganz und gar nichts darnach fragen, daß Eure neugierigen Augen und Eure ſuperklugen Zungen da ſind. Er hat's für Seine Pflicht gehalten, als Schriftſteller die Sach' Seines Vaterlandes zu führen? Das Vaterland wird wohl nit nöthig haben, mit ſeiner Sach' auf die Feder eines Schriftſtellers zu warten, und wenn ſeine Sach' ſchlimm iſt, wird Seine Tinte und Sein Gänſe⸗ kiel daran nichts beſſern können. Da hat Er geſchrieen in die Welt hinaus, und auf Seinem Actenbündel und Seinen Documenten ge⸗ gackert, daß Jedermann neugierig worden iſt und Sein Geſchreibſel
geleſen hat. Und was iſt der Erfolg davon geweſen? Daß hundert
andere Schriftſteller in andern Landen auch gemeint haben, es ſei ihre Pflicht, die Sach' in die Hand zu nehmen und Euch zu beweiſen, daß Ihr Unrecht habt, und daß ſie Recht haben. Und ein Feder⸗ krieg iſt daraus geworden, daß man vermeinen ſollt', der böſe Geiſt ſei unter die Gänſe gefahren und habe ihnen die Federn ausgerupft, um ſie Euch Schriftſtellern hinter die Ohren zu ſtecken.— Und ſo habt Ihr Schriftſteller jetzt mit Eurem Geſchreibſel die Köpfe ver⸗ wirrt, daß Niemand mehr weiß, wer Recht und wer Unrecht hat, und daß, wenn Einer aufſteht und ſchreit:„Oeſterreich hat Recht, der Herr von Schrötter hat's geſagt,“ gleich zehn Andere da ſind, die ſchreien:„Preußen hat Recht, der Herr von Herzberg hat's be⸗ wieſen!“
Aber dieſer Kampf gerade iſt nothwendig, um endlich aus den gährenden Elementen die Wahrheit ſiegreich hervorſteigen zu laſſen, ſagte Herr von Schrötter mit lauter, vor Aufregung zitternder Stimme. Und deshalb bereue ich es auch nicht, jene beiden Schriften verfaßt zu haben, und deshalb bin ich noch immer überzeugt, daß ſie ge⸗ nützt haben!
So? Er iſt immer noch davon überzeugt? rief die Kaiſerin,


