Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 1. Band (1857)
Entstehung
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über dieſe Nachgiebigkeit des Churfürſten und bereit war, Himmel und Erde in Bewegung zu ſetzen, um Baiern ſeine Selbſtſtändigkeit zu erhalten. Dieſe Dame war die Herzogin Clemens von Baiern. Kaum hatte ſte von der mit Oeſterreich abgeſchloſſenen Convention des Churfürſten erfahren, als ſie dem Herzog Carl von Zweibrücken, dem rechtmäßigen Erben Baierns nach dem Tode des jetzigen Chur⸗ fürſten, davon Nachricht gab, und einen Eilboten nach Berlin ſandte, um König Friedrich zur Hülfe und zum Schutz Baierns aufzurufen.

Dieſer energiſche Schritt der bairiſchen Patriotin entſchied das Schickſal des ganzen Erbfolgeſtreites. Der Herzog von Zweibrücken proteſtirte laut gegen die abgeſchloſſene Convention, und erklärte, der⸗ ſelben niemals beitreten und niemals ſeine Rechte auf Baiern aufgeben zu wollen. König Friedrich aber erklärte ſich bereit, den Herzog von Zweibrücken zu unterſtützen und ſeine Anſprüche an Niederbaiern, Oberpfalz und Mindelheim gegen Oeſterreich mit den Waffen zu vertheidigen, wenn nicht die öſterreichiſchen Truppen ſofort das Land räumten.

Vergebens verſuchte es Maria Thereſia, immer noch bemüht, den Frieden zu erhalten, den Herzog von Zweibrücken durch Freundſchafts⸗ verſicherungen, durch Verſprechungen zu gewinnen, vergebens bot ſte ihm den Orden des goldnen Vließes, eine Million Gulden, und endlich den Titel eines Königs von Burgund, und die Herrſchaft über die zum Königreich Burgund erhobenen belgiſchen Provinzen an; Herzog Carl blieb unerſchütterlich. Er erklärte, daß er nichts weiter begehre, als Churfürſt von Baiern zu werden, und daß weder die Königskrone von Burgund, noch der Orden des goldenen Vließes, noch die Million ihn reizen könnten, ſeinen gerechten Anſprüchen auf ſein Erbe zu entſagen, und rief laut den König von Preußen um Hülfe und Beiſtand an.

König Friedrich erklärte ſich ebenſo laut bereit,„die Rechte des pfälziſchen Hauſes auf die Nachfolge in Baiern gegen die ungerechten Anſprüche des Wiener Hofes mit ſeiner ganzen Macht zu verthei⸗ digen*),“ und zog ſeine Truppen in Oberſchleſien an der böhmiſchen und ſächſiſchen Grenze zuſammen.

*) Vergl. Dohms Denkwürdigkeiten, Th. I. S. 7. 9

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