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Zuerſt muß der Herr Graf aber die Güte haben, mir dieſe Schätze näher zu erörtern, ſagte der König lächelnd. Darf ich Sie darum bitten?
Ich meine dieſe herrlichen Kunſtſchätze, welche Sie beſitzen, Sire, und welche im Stande wären, Ihr Paris, wenn es bis jetzt ein unbe⸗ kanntes kleines Dorf geweſen, zu einem berühmten Wallfahrtsort für alle Künſtler und Kunſtliebhaber der Welt zu machen! Ich war in Ihren Bildermagazinen, mein Bruder, und ich geſtehe Ihuen, daß ich es nicht begreifen kann, wie man ſolche herrlichen Schätze in den Staub dieſer ungeheuren Magazine vergraben kann. Ein Glück für Sie, daß die Etiquette es ſo mit ſich bringt, daß immer, wie man mir geſagt hat, einige dieſer herrlichen Bilder in den Appartements von Verſailles aufgehängt, und von Zeit zu Zeit durch neue erſetzt werden, ſonſt wür⸗ den Sie vielleicht nicht einmal die Meiſterwerke erſten Ranges, welche Sie beſitzen, kennen lernen! Man ſieht alſo, die Etiquette hat doch auch ihr Gutes und Nützliches!*)
Gewiß hat ſie das, ſagte der König ernſt, die Etiquette iſt ſehr oft die einzige Schutzmauer, welche die Könige vor aufdringlicher Weis⸗ heit und voreiligen Bemerkungen behüten kann.
Vorausgeſetzt, daß dieſe aufdringliche Weisheit ſich nicht jenſeits der Schutzmauer neben dem König befindet, fügte der Graf von Pro⸗ vence mit ſeinem ſpöttiſchen Lächeln hinzu.
Ich meine, die Weisheit kann niemals aufdringlich gefunden wer⸗ den, ſagte Joſeph mit einem ſanften Lächeln, man muß lange und viel ſuchen, ehe man ihr begegnet. Aber es iſt wahr, geſtern bin ich ihr begegnet, und zwar in einem der herrlichſten Inſtitute Ihres Paris, in der Kriegsſchule. Ah, mein Bruder, das iſt eine großartige und erha⸗ bene Anſtalt, und wenn man dieſe durchwandelt, fühlt man, daß man hier in der würdigen Schule der Helden iſt, welche Frankreich be⸗ rühmt und groß gemacht haben. Ich war drei Stunden in der Kriegs⸗ ſchule, und verließ ſie voll Bewunderung und Freude über Alles, was ich dort geſehen und gelernt hatte. Ich geſtehe Ihnen, Sire, daß ich Sie beneide, die Kriegsſchule oft beſuchen zu können, und ich bin ge⸗ wiß, daß Sie es thun!
*) Des Kaiſers eigene Worte. S. Campan, Vol. I, p. 178.
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