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auf dem Haupte der Königin geſchaffen hat. Man ſollte meinen, der ſchwebende Garten der Semiramis habe ſich auf das Haupt unſerer ſchönen Schwägerin niedergelaſſen!
Und wie herrlich dieſe Federn ſind, welche dem Garten als Ein— faſſung dienen, rief die Gräfin von Provence mit dem Anſcheine des Entzückens. Wirklich, ich ſah niemals ſchönere Straußfedern!
Sind das dieſe koſtbaren Straußfedern, welche Ew. Majeſtät geſtern an dem Federhute des Herzogs von Lauzun bewunderten? fragte der Graf von Provence.
Nun, das iſt eine ſeltſame Frage, mein Bruder, ſagte der König lächelnd. Durch welches Wunder ſollten die Federn des Herzogs Lauzun ſich jetzt auf dem Haupte der Königin befinden?
Sire, ich ſtand in der Nähe, als die von Guéménée im Auftrage des Herzogs von Lauzun die Königin erſuchte, dem Herzoge die Gnade zu gewähren, daß er ihr die ſeltenen Federn, welche die Königin be⸗ wundert hatte, zum Geſchenk anbieten dürfe.
Und die Königin? fragte der König haſtig.
Ich nahm das Geſchenk an, mein Gemahl, ſagte Marie Antoinete vollkommen ruhig. Das Anerbieten war etwas übereilt und nicht ganz paſſend, aber es wäre eine allzu große Beſchämung geweſen, es zurück— zuweiſen.*) Uebrigens mag ſich der Graf von Provence beruhigen, dies hier ſind nicht die Federn des Herzogs von Lauzun, ſondern ein Geſchenk meiner Schweſter, der Königin von Neapel.
Das iſt alſo ein noch größeres Wunder, als der Garten ſelbſt, rief der Kaiſer lachend, indem er der Königin den Arm bot, um ſie zur Tafel zu führen. Unſere Schweſter Caroline liebt es ſonſt nicht, Geſchenke zu machen, ſie empfängt lieber deren, und jeder Cavalier des Hofes hat das Recht, ihr ſo viele Geſchenke zu machen, als nur möglich.
Das beweiſ't, daß die Etiquette am Hofe von Neapel von der unſrigen ſehr verſchieden iſt, ſagte der König, auf der anderen Seite der Königin an der runden Tafel Platz nehmend. Bei uns in Frank⸗ reich geſtattet die Etiquette eigentlich keinem unſerer Unterthanen, der Königin ein Geſchenk anzubieten, und wenn es geſchieht, ſo gehört die be⸗
ſondere Bewilligung des Königs dazu, daß die Königin es annehmen kann.
*) Campan. I. 1 96. 9*


