Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 4. Band (1857)
Entstehung
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wie die öſterreichiſche Partei jemals hoffen darf, daß ich den Herzog von Choiſeul zurückrufe, ebenſo wenig darf die antiöſterreichiſche Partei hoffen, daß ich jemals das Band zerreißen würde, mit welchem die Kö⸗ nigin mich an Oeſterreich bindet. Sie iſt die Frau meines Herzens, und ſie wird das immer bleiben, und Niemand wird ſie von dieſer Stelle verdrängen können. Aber die Liebe wird niemals Einfluß haben auf meine Politik, und in der Politik folge ich dem Willen meines Vaters. Wenn alſo der Kaiſer hieher kommen ſollte, um uns zu noch innigerer Allianz mit Oeſterreich zu bewegen, ſo kann man ihn ſogleich bedeuten, daß das verlorne Mühe iſt.

Der Kaiſer kann möglicherweiſe noch einen andern Zweck haben, Sire. Er kann hieher kommen, um Ihre bedingte oder unbedingte Einwilligung zu den Vergrößerungsplänen zu erhalten, die er auf Koſten der Türkei auszuführen ſucht. Der Kaiſer iſt ehrgeizig, und er folgt der Politik ſeines Hauſes, welches ſtets und zu allen Zeiten nach Aus⸗ dehnung und Erweiterung ſeiner Grenzen geſtrebt hat.

Und doch darein hat willigen müſſen, Schleſien an Preußen ab⸗ zutreten, rief der König ſpöttiſch.

Das eben iſt die brennende Wunde, für welche Oeſterreich ſich lindernden Balſam aus der Türkei holen möchte. Ganz Europa könnte darüber wieder von der Brandfackel des Krieges durchlodert werden, wenn Ew. Majeſtät es nicht verhindern.

Wenn ich es verhindern kann, ſo will und werde ich es, ſagte der König feſt. Der Friede iſt das heiligſte Beſitzthum der Völker, und man darf ihnen daſſelbe nur in der äußerſten Nothwendigkeit entziehen!

Aber der Kaiſer von Oeſterreich hofft auf den Krieg, weil er ſich Ruhm erwerben möchte.

Ich aber will den Frieden, weil ich mir auch Ruhm erwerben möchte, den Ruhm mein Volk glücklich und zufrieden gemacht zu haben, rief der König. Der Ruhm der Eroberer iſt die Geißel der Menſch⸗ heit, der Ruhm guter Regenten ihre Segnung. Der letzte ſoll mein Erbtheil ſein, das Glück meines Volkes mein einziges Streben!

Aber der Kaiſer wird es vielleicht verſuchen, Sire, gerade Ihre

Liebe für Frankreich zu benutzen, um Sie ſeinen Eroberungsplänen

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