Colonne ihre Marſchroute vorzeichnen und für die zweite die Route wählen, welche Ihnen und den andern Herren beliebt. Die erſte Co⸗ lonne wird hier noch ein wenig auf deutſchem Boden verweilen und ſich einen ganz neuen Weg ausſpüren, einen Weg, auf welchem die beiden Reiſenden des einfachen Caleſchwagens ſicher ſind, den vorneh⸗ men Reiſenden der zweiten und dritten Colonne gar nicht zu begegnen. An's Werk denn, an's Werk! Haben Sie die Güte, die beiden Gra⸗ fen und den Doctor zu benachrichtigen, daß ich ihnen Lebewohl ſagen möchte.
Herr von Bourgeois eilte fort, und der Kaiſer ſprang aus dem Wagen, um nicht, wie von einem Thron herab, den letzten Abſchied von ſeinen Cavalieren zu nehmen.
Eine Viertelſtunde ſpäter hatte die ganze Reihe der großen Wa⸗ gen die lange Rheinbrücke paſſirt und verſchwand jenſeits derſelben in einer Wolke von Staub.
Der Kaiſer athmete hoch auf, und ein glückliches Lächeln flog über ſein Antlitz hin. Laſſen wir den Staub dieſer Kaiſerherrlichkeit erſt ein wenig verfliegen, ſagte er, alsdann wollen auch wir über die Brücke fahren, und in dem erſten beſten Dorf unſer Nachtquartier nehmen. Kommen Sie, Roſenberg, geben Sie mir Ihren Arm, laſſen Sie uns ein wenig am Ufer des Rheins ſpazieren gehen.
Er nahm den Arm des Grafen, und die Landſtraße überſchreitend, ging er mit ihm zu dem kleinen Fußpfad, der einerſeits am Rand einer üppigen Wieſe und andrerſeits am Uferrande des Rheins dahin führte.
Eine tiefe Stille herrſchte ringsum; auf den fernen Aeckern ſah man, da der Kaiſerzug längſt vorüber war, die Bauern ruhigen und gemeſſenen Schrittes hinter den von großen Stieren gezogenen Pflügen einhergehen, oder die großen hochaufgethürmten Heuwagen langſam dahin fahren! Weiterhin in einem Kranz grüner Bäume ſah man die Thürme und Häuſer der Stadt Kehl, und ringsum in weiterer Ferne ſtiegen aus der lachenden Landſchaft lieblich gelagerte Dörfer und ein⸗ zelne Gruppen von Häuſern empor. Von den Thürmen von Kehl her⸗ über ſchallte das Läuten der Abendglocken, dazwiſchen vernahm man hier und dort das fröhliche Aufjauchzen irgend eines Bauernburſchen,


