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mein Wonnemond zu Ende iſt, und ich nach Wien zurückkehre, wird mir der Prinz von Hildburghauſen die zweitauſend Louis'dor, um die wir gewettet haben, auszahlen müſſen; ma foi, er wird es dann nicht mehr leugnen können, daß ich Sieger bin, denn ich habe die ſchöne, keuſche Gräfin Leonore nicht bloß verführt, ſondern ſogar entführt. Ich—
Die Thür öffnete ſich und Leonore im Reiſeanzug, gefolgt von ihrer Kammerfrau, welche die Caſſette der Gräfin und die Reiſeeffekten trug, trat ein.
Ich bin bereit, Herr Graf, laſſen Sie uns eilen, ſagte Leonore ernſt; als aber der Graf zu ihr trat, um ihr den Arm zu bieten, ſchüttelte ſie langſam ihr Haupt.
Nicht nöthig, ich kenne den Weg, folgen Sie mir! ſagte ſie an ihm vorüberſchreitend und durch die kleine, geheime Thür auf den Corri⸗ dor hinaustretend. Graf Schulenburg folgte ihr ſenfzend und mit einem wüthenden Blick auf die hübſche, junge Kammerfrau, welche ihm ſpöt⸗ tiſch lächelnd ins Angeſicht ſchaute.— Wenige Minuten ſpäter vernahm man das dumpfe Rollen eines Wagens.— Kein Licht in den Sälen des Hotels erloſch, Alles ſtrahlte weiter in Glanz und Herrlichkeit, kein ängſtlicher Traum beſchwerte den Schlaf des Grafen Franz Eſterhazy, ruhig ſchlummerte er weiter, und doch war eben ein finſterer Schatten durch dieſe Säle dahin gerauſcht, und doch ſaß dieſer finſtere Schatten jetzt wie eine Eule hoch oben auf dem goldenen Wappen, welches auf dem mit ſammtenen Vorhängen geſchmückten Lager des Grafen prangte! Der Schatten der Schande, welchen die entflohene Gemahlin des Grafen in ſeinem Hotel und auf ſeinem Wappen zurückgelaſſen!
III. Abſchied von Deutſchland.
Ein glänzender Reiſezug näherte ſich der langen Brücke, welche bei Kehl über den Rhein und hinüber nach Frankreich führt. Es war der Reiſezug des Kaiſers Joſeph, des Grafen von Falkenſtein, der Kaiſer Joſeph. 2. Abth. IV 2


