Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 3. Band (1857)
Entstehung
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Und neben dieſen Beiden werden Sie auch immer Mich finden, rief der König, ihre Hand an ſeine Lippen drückend.

Sire, ich hoffe darauf, ſagte Marie Antoinette ſanft. Lieben Sie mich immerhin ein wenig, meine Feinde werden ſchon dafür ſorgen, mir Wermuth in dieſen Freudenbecher zu tröpfeln! Und jetzt, Sire, geben Sie mir dieſe Carricaturen zurück. Ich gab ſie Ihnen nur, um Ihnen zu beweiſen, daß ich meine Feinde kenne, daß ich den Muth habe, Alles zu ſehen, und daß es daher nicht nöthig iſt, mir irgend etwas zu verhehlen. Geben Sie mir jetzt dies Papier zurück.

Ludwig legte es ſchweigend in ihre ausgeſtreckte Hand. Marie Antoinette nahm es, und es zerreißend, und die Stücken in kleine und immer kleinere Stücke zerzupfend, warf ſie dieſelben endlich mit einer hoheitsvollen Bewegung zur Erde nieder.

Die Beleidigung des Grafen von Provence iſt vergeſſen, ſagte ſie. Ich werfe ſie zu den andern hin, und ſie iſt Staub wie dieſe!

Der König neigte ſich nieder, und hob einige dieſer Fetzen empor. Wollen Sie mir das ſchenken zur Erinnerung an dieſe Stunde? fragte er, ſeine Gemahlin mit einem ſtrahlenden Lächeln anſchauend.

Ich ſchenke es Ihnen, Sire!

Aber Sie wiſſen doch, ein Fürſt darf niemals ein Geſchenk an⸗ nehmen ohne ein Gegengeſchenk dafür zu bieten. Wollen Sie Sich herablaſſen, und von mir ein Gegengeſchenk annehmen?

Ich nehme es an, Sire!

Nun denn, ſagte der König, indem er ein zuſammengefaltetes Pa⸗ pier, an dem einige Siegel hingen, aus ſeinem Buſen hervorzog. Dies

iſt mein Gegengeſchenk, ich gebe Ihnen Papier für Papier!

MBe Königin nahm das Papier und entfaltete es haſtig, und während ſie alsdann las, flog ein glühendes Roth über ihr Antlitz hin.

Wie, mein König? fragte ſie freudig überraſcht. Sie wollen mir ein ſo königliches Geſchenk machen?

Ich ſchenke Ihnen das Schloß Trianon, ſagte der König lächelnd. Das iſt die Schenkungsacte, welche Ihnen das Schloß mit allen Ge⸗ rechtſamen überweiſt. Es iſt freilich nur ein kleines Beſitzthum, aber es iſt immer doch eins. Dort werden Sie wenigſtens die Frei⸗

heit genießen, ſich der Natur freuen zu können, und Niemand wird es