Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 3. Band (1857)
Entstehung
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der Königin, und n Gefühl unaus⸗ ie Lippen, um zu gleich dem König

en Augen, welche man ſie verſpot⸗ räte. Ihr Stolz ve Schüchternheit ſcc hinüber nach fin von Nocilles daß die Königin vollte, und gerade da die Eiiguette R Königin und nachte, hatzs dit gegangen. res Hauptes in Ich bitte Sle, benachrichtigen uns um zwe dem Sonnenauf⸗

ennenden Fackeln

chend, Sie wollen

aſeſtä aber nur,

t, der Mend

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meine Schweſter, die Pendule dort zeigt eben erſt die Mitternachtsſtunde an. Wir haben alſo noch zwei Stunden, bis wir die Promenade nach dem Berg und der Sonne beginnen müſſen. Womit werden wir uns bis dahin die Zeit vertreiben, damit ſie verfliegt, und der Schlaf es nicht wagt, ſich unſern Augen zu nähern?

Schlagen Sie etwas vor, meine Schweſter, ſagte Marie Antoi⸗ nette zerſtreut, irgend ein Amüſement, welches uns die Zeit vergeſſen ließe.

Ich ermächtige unſern Bruder Artois, uns ein Amüſement vor⸗ zuſchlagen, rief die Prinzeſſin lächelnd. Er iſt in ſolchen Dingen der Erfahrenſte und Geſchickteſte von uns Allen.

Stimmen Ew. Majeſtät meiner gnädigen Schwägerin bei? fragte der Graf von Artois lächelnd. Wollen auch Sie mich ermächtigen, uns ein Spiel zu beſtimmen, welches uns bis zum Sonnenaufgang angenehm beſchäftigen ſoll?

Ich ermächtige Sie dazu, mein Bruder, ſagte die Königin.

Und Sie werden das Spiel annehmen, das ich Ihnen vorſchlage?

Ich werde es annehmen!

Nun denn, rief der junge übermüthige Prinz lachend, ſo wollen wir denn das reizendſte, unſchuldigſte, kindlichſte und luſtigſte aller Spiele ſpielen. So wollen wir Blindekuh ſpielen!

Ein allgemeines, nicht zurückzuhaltendes Gelächter, in welches die Königin fröhlich mit einſtimmte, war die Antwort.

Ich habe Ihr Wort, meine Schweſter, ſagte der Prinz mit affectirtem Ernſt, Sie dürfen es nicht zurücknehmen. Wir ſpielen Colin-maillard!

Nein, ich nehme mein Wort nicht zurück, rief die Königin, mit ihrem leicht beweglichen Sinn plötzlich von ihrem augenblicklichen Trüb⸗ ſinn jetzt wieder zur heiterſten, übermüthigſten Jugendluſt ſich auf⸗ ſchwingend. Ich nehme mein Wort nicht zurück. Verſetzen wir mit un⸗ ſern Gedanken, unſern Herzen und unſern Wünſchen uns wieder zu⸗ rück in die unſchuldigen Tage unſerer Kindheit! Spielen wir Colin- maillard, ſpielen wir Blindekuh, bis die Sonne aufgeht, und die Kin⸗ der der Nacht wieder in erniſſafte und vernünftige Leute des Tages verwandelt.*)

7 *) Dieſe kindlichen Spiele wurden ſeitdem in dem Cerele der Königin vielfach geſpielt, und machten eine Lieblingsunterhaltung des Hofes aus, die Kaiſer Jofeph. 2. Abth. III. 11