Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 3. Band (1857)
Entstehung
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und in dieſer Stunde war ſie nicht die Königin, ſondern nur die junge, ſchöne Frau, welche glühte vor Verlangen, es allen andern Frauen zu⸗ h nicht vor zu thun in ihrem Putz und ihrer Toilette.

n da Länger als eine Stunde blieb Mademoiſelle Bertin in dem Ka⸗

einige

en daß 3 8 binet der Königin, und als Marie Antoinette ſie dann entließ, ſagte ſie: Ich wiederhole Ihnen, Mademoiſelle, Sie haben da eine vortreff⸗ öprache liche Idee gehabt, und mir eine amüſante Stunde bereitet. Sie wer⸗ on der den von jetzt an alle Morgen zu mir kommen, und ich werde mit Ih⸗ liſen nen meine Toilette für den Abend beſtimmen und auswählen. Nur nes er⸗ mache ich Ihnen Eine Bedingung! Sie werden niemals irgend einer 6 ne ſehr Dame vorher verrathen, wie ich mich kleiden will, und Sie werden von 1 Dingen meinen Hüten, Aufſätzen, und von all meinen Putzgegenſtänden erſt acht Tage, nachdem ich ſie zuerſt getragen, den Damen Copieen liefern.„ fnete Mademoiſelle Bertin nahm eine feierliche Miene an, wie ſie der 1 Lunder Ernſt des Momentes erheiſchte. Ich ſchwöre Ew. Majeſtät, ſagte ſie, 4 ge⸗ daß ich den Putz für Ew. Majeſtät ganz allein, und nur bei verſchloſſe⸗ durch⸗ nen Thüren arbeiten, und daß ich lieber ſterben werde, als das Geheim⸗ chat⸗ niß deſſelben verrathen, wenn man mir den Verrath auch mit Gold Gold⸗ aufwiegen möchte. Und was die Copieen anbetrifft, die ich von Origi⸗ ** nalen Eurer Majeſtät anfertigen werde, ſo ſollen ſie ſich immer nur 1 — verhalten wie eine holprichte Ueberſetzung zu einem Originalgedicht; 1 t. Si ich werde dieſe Copieen nur von meinen Gehülfinnen anfertigen laſſen, V Noufſe⸗ 1 denn dieſe Hände, welche dazu berufen ſind, die Ideen einer Königin Hnſ auszuführen, werden niemals mehr für eine andere Sterbliche arbeiten.* 2 1 3.47 3 aus**) Mademoiſelle Bertin kam wirklich von dieſem Tage an jeden Morgen 1 ichyeit zur Königin, der Putz ward jetzt eine Lieblingsbeſchäftigung Marie Antoinettens, ſchwe⸗ und es gewährte ihr eine angenehme Erheiterung, ihren Hof an jedem Abend vollen, durch irgend eine neue Mode zu überraſchen. Alle Frauen natürlich wollten he der es ihr nachahmen, und Mademoiſelle Bertin ward für die Herzoginnen und 3 und Marguiſen, für alle Damen, die wichtigſte Perſon, die man umſchmeichelte und Shin hätſchelte, der man die koſtbarſten Geſchenke machte, um dafür des Glücks theil⸗ 11 haftig zu werden, eine Coiffüre oder einen Putzgegenſtand zu bekommen, der dem von der Königin getragenen gleich komme.— Die geſchickte Modiſtin ward undetn— bald in ganz Europa eine gefeierte und berühmte Perſon, und aus allen Ländern gehagen und Gegenden wandte man ſich an ſie um Copieen von den Originalen der liyen*