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Das Herz des Königs war erwacht, und Marie Antoinette, welche ſo lange und mit ſo viel heimlichem Schmerz auf dieſes Erwachen ge⸗ hofft, Marie Antoinette ſagte ſich mit einem ſeligen Lächeln und einem verſchämten Erröthen, daß der König anfange ſich in ſie zu verlieben.
Nun richtete ſich ihr eifriges Bemühen dahin, dieſes Verliebtſein immer mehr zu ſteigern, demſelben immer mehr Nahrung zu geben, und immer mehr ihren kalten, unempfindlichen Gemahl in einen ſchmach⸗ tenden, zärtlichen Liebhaber zu verwandeln.— Da ſie es einmal auf⸗ gegeben hatte, als Königin auf ihn zu influiren, und eine politiſche Rolle zu ſpielen, ſo wollte ſie jetzt mit allen ihren Gedanken, all ihren Sinnen als Frau handeln und als Frau herrſchen, wo man ihr ver⸗ ſagt hatte, als Königin zu regieren.
Die Zuneigung des Königs immer mehr zu ſteigern, ihn immer inniger zu feſſeln an ihre Perſon, das war von nun an das leiden⸗ ſchaftliche Beſtreben der Königin, und ſie ſetzte alle Mittel der weib⸗ lichen Liſt, der Coquetterie und der Toilette in Bewegung, um es zu erreichen.
Die Toilette ward alſo von nun an für Marie Antoinette ein Gegenſtand der ernſteſten Erwägung, des tiefſten Nachſinnens, und die ſonſt ſo einfache und prunkloſe Dauphine verwandelte ſich auf einmal in eine junge, gefallſüchtige Frau, welche den Putz liebte, und ganze Vor⸗ mittage ſich mit ihrer Toilette beſchäftigen konnte.
Die antiöſterreichiſche Partei, die Prinzeſſinnen⸗Tanten, die Brü⸗ der des Königs, und endlich die Familie Orleans, welche an der Spitze dieſer Partei ſtanden, beobachteten räit innigſter Befriedigung dieſe neue Richtung, welche der lebhafte Geiſt und die feurige Imagination der Königin genommen. Niemand von ihnen aber ahnte den geheimen Zweck aller dieſer Toilettenkünſte, Niemand begriff, daß die ſchöne junge Frau ſich nur deshalb ſchmückte, nur deshalb alle Künſte der Toilette zu ihrer Hülfe herbeirief, um damit das Herz des Gemahls zu erobern, Niemand begriff, daß Marie Antoinette, welche ihre Feinde der Coquet⸗ terie und der Gefallſucht beſchuldigten, doch nur coquettirte mit ihrem Gemahl, und nur ihm allein zu gefallen ſich beſtrebte.— Jedermann bemühte ſich daher, dieſer Putzſucht der Königin zu ſchmeicheln, denn eine Frau, welche mit den wichtigen Gegenſtänden der Toilette ihre
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