Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 3. Band (1857)
Entstehung
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eine Oeſterreicherin an dieſem Hofe jetzt die erſte Stelle einnimmt, werden ſich dafür rächen, indem ſie ſich umgeben mit einem großen und glänzenden Anhang, der es ſich zur Aufgabe machen wird, jede Miene, jedes Lächeln, jedes Wort und jeden Blick Euerer Majeſtät zu bewa⸗ chen, um daran zu deuteln, zu feilen und zu drehen, bis ſich daraus eine Waffe machen läßt, um entweder Ew. Majeſtät damit zu ver⸗ wunden, oder Sie zu verdächtigen. Deshalb, verzeihen mir Ew. Ma⸗ jeſtät, daß ich es zum dritten Mal wiederhole, deshalb müſſen Ew. Majeſtät auf Ihrer Huth ſein, und Alles vermeiden, was⸗Ihren Fein⸗ den Anlaß geben könnte zu Verdächtigungen irgend einer Art. Ich fürchte aber, daß Ew. Majeſtät in dem edlen Bewußtſein Ihrer Größe, Reinheit und Unſchuld Ihre Feinde zu gering achten. Frau Gräfin von Noailles zum Beiſpiel! Sie gehört zu dem älteſten und größten Adel Frankreichs, eine große machtvolle Familie ſteht hinter ihr, die Achtung einer ganzen Nation ſteht ihr zur Seite, und das franzöſiſche Volk, welches gewohnt iſt, ſeine Königinnen von der ſtrengſten Etiquette umgeben, ſie gewiſſermaßen wie in einem Heiligenſchrein eingeſchloſſen zu ſehen, das franzöſiſche Volk weiß, daß die Gräfin von Noailles das Palladium Frankreichs, welches die Ehre ſeiner Königin iſt, mit uner⸗ ſchütterlicher Treue und Standhaftigkeit überwachen wird. Es wäre daher gefährlich und ſchlimm, wenn es den Bemühungen und den ge⸗ häſſigen Zuflüſterungen Ihrer Feinde endlich doch gelingen ſollte, dieſe Frau hinüberzuziehen in das feindliche Lager, und man würde ſie be⸗ nutzen, um vor ganz Frankreich den Beweis zu führen, daß die Köni⸗ gin gebrochen habe mit den heiligen Geſetzen der franzöſiſchen Etiquette und gering achte, was bis dahin als heilig und unverletzlich gegolten! Ew. Majeſtät ſollten es daher gnädigſt vermeiden, die Gräfin von Noailles durch Widerſtand gegen dieſe immerhin ein wenig drückenden Anforderungen der Etiquette zu reizen, und der Gräfin nicht anzurech⸗ nen ſcheinen, was nur die ſtrengſte Pflichterfüllung ihres Amtes iſt. Es wäre ſehr beklagenswerth, wenn die Gräfin von Noailles eines Tages dahin kommen ſollte, ihr Amt niederzulegen, denn mit ihr wür⸗ den die größten und mächtigſten Adelsfamilien Frankreichs in das Lager der Feinde der Königin übergehen!

Sind Sie jetzt zu Ende, Herr Graf von Mercy? fragte die Kö⸗

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