Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 3. Band (1857)
Entstehung
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hallte unter dem Geklirr der Waffen, und unter dem Fußtritt der Re⸗ gimenter, welche die drei Mächte ausmarſchiren ließen, zur Beſetzung ihrer neuen Grenzen, und wenn doch eine ſolche Stimme das Ohr der Fürſten erreichte, ſo tröſteten ſich Oeſterreich und Preußen damit, daß die Kaiſerin von Rußland ihnen geſagt:„ſie wolle allen Tadel auf ſich nehmen,“ und Katharina lachte zu dieſem Tadel, und nannte ihn nur moutarde après diner.*)— Der König von Preußen aber, gleichſam um ſich ſelber zu beſchwichtigen, ſagte laut:„jetzt erſt wird der König von Polen und die Republik eine gewiſſe Feſtigkeit haben, und wird eine achtungswerthe Mittelmacht zwiſchen den drei andern Staaten bil⸗ den müſſen, damit dieſe ſich nicht einander zu nahe kommen.“**)

Die Polen unterwarfen ſich grollend und ſchweigend dem furcht⸗ baren Verhängniß, das über ſie hereingebrochen war, und um dem Blutvergießen, den Verfolgungen, den Drohungen und all den Qualen der Ungewißheit endlich ein Ziel zu ſetzen, fügten ſie ſich in das Un⸗ abweisbare, leiſteten ſie den neuen Herrſchern, welche die Schwäche ihres Königs und ihre eigene Schuld ihnen gegeben, den Eid des Gehorſams und der Treue.

Nun erſt, nachdem dies geſchehen, nachdem die neuen Grenzpfähle aufgerichtet, nachdem die alten Provinzen Polens neue Namen ange⸗ nommen, und ſich zu öſterreichiſchen, ruſſiſchen und preußiſchen Pro⸗ vinzen verjüngt hatten, nun erſt, da die Feſtungen des einſtigen Kö⸗ nigsreiches ſich den Truppen der neuen Herrſcher geöffnet hatten, nun erſt konnten die drei Mächte ſagen, daß die Theilung geſchehen ſei, und konnten ihrer neuen Beſitzungen ſich freuen.

Selbſt Maria Thereſia war es zufrieden, dieſe traurige und miß⸗ liche Sache, welche Jahrelang ihr Herz gemartert und gequält hatte, endlich beendigt und zum Abſchluß gebracht zu ſehen, und vielleicht, um Gott dafür zu danken, vielleicht um aller Welt zu zeigen, daß die Theilung Polens jetzt auch ihre volle Zuſtimmung und Billigung ge⸗ wonnen, hatte ſie befohlen, im Stephansdom zu Wien ein feierliches Tedeum

zur Feier der Erwerbung des neuen Königreichs Galizien abzuſingen.

*) Raumer Beiträge. S. 542. **) Ebendaſelbſt. S. 507.

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