ihr zu ſagen, daß er wirklich alle dieſe Dinge, nach welchen ſie in dem Hohn ihres Schmerzes gefragt, bedacht und beſorgt habe, daß der Brautanzug und der Schmuck bereit und das Hochzeitsfeſt arrangirt ſei, ſondern er zog es vor, ſich leiſe von dannen zu ſchleichen, und ſeine arme Nichte, welcher er doch nicht zu helfen vermochte, allein zu laſſen.
II. Die Trauung.
Um elf Uhr ſollte die feierliche Ceremonie vor ſich gehen. Der große kaiſerliche Gallawagen, den die Kaiſerin geſandt hatte, um das Brautpaar abzuholen, war ſchon vorgefahren, hinter ihm ſtanden ſchon die vergoldeten Staatscaroſſen der Grafen Starhemberg und Eſterhazy. Die beiden Herren aber harrten noch immer vergeblich des Erſcheinens der Braut. Seit zwei Stunden war der Graf Eſterhazy ſchon in dem Hôtel, drei Mal hatte er ſeine Braut ſchon um eine Audienz erſuchen laſſen, aber immer vergeblich, denn immer hatte die Comteſſe erwie⸗ dern laſſen, ſie ſei noch mit ihrer Toilette beſchäftigt, und werde ihn rufen laſſen, ſobald dieſe vollendet ſei.
Ich fürchte noch immer, ſie ſpielt uns einen böſen Streich und opponirt ſich der Kaiſerin, ſeufzte der alte Graf, angſtvoll nach der Thür ſeiner Nichte hinblickend..
Opponirt ſich der Kaiſerin? wiederholte Eſterhazy verwundert. Sie ſcherzen, theurer Graf! Die Comteſſe wird nicht wagen, wozu kein Mann den Muth finden würde.
Ah mein junger Herr, meine Nichte hat vielleicht mehr Muth, als alle Männer! ſagte der Graf kopfſchüttelnd.
Aber mein Gott, rief Eſterhazy, was habe ich denn verſchuldet, um ſo ſehr ihren Haß zu verdienen?
Sie ſind ihr aufgedrängt worden, das iſt Alles! Meine Nichte ſſt eine jungfräuliche Amazone, welche den Gedanken nicht ertragen kann, ihre Freiheit, ihre Unſchuld und Schönheit hingeben zu follen
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