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Der Nuntius nahm ans ſeinem Talar ein zuſammengefaltetes Pergamentblatt hervor, von welchem an ſeidenen Fäden die großen päpſtlichen Siegel herabhingen.
Se. Heiligkeit beauftragt mich, Ihro„apoſtoliſchen Majeſtät ein Breve vorzuleſen, ſagte Monſignore Garampi feierlich. Wollen mir Ew. Majeſtät die Erlaubniß dazu ertheilen?
Leſen Sie! ſagte die Kaiſerin, indem ſie ſich aus ihrem Seſſel erhob, um die Botſchaft des Papſtes anzuhören.
Der Nuntius entfaltete das Pergament, und unter dem feierlichen, athemloſen Schweigen der Andern las er dieſes Breve, welches ſeitdem in der Geſchichte nach ſeinen Anfangsworten den Namen:„Dominus ac Redemptor noster“ erhalten hat. Dieſes Breve begann mit einer Auseinanderſetzung, daß es von jeher in der Gewalt der Päpſte gele⸗ gen, religiöſe Orden zu begründen und aufzuheben, und daß die Päpſte zu allen Zeiten von dieſer Gewalt Gebrauch gemacht. So habe Gre⸗ gor alle Bettelorden, Clemens V. den Tempelorden, Pius V. den Or⸗ den der Humiliatenbrüder u. ſ. w. aufgehoben. Sodann wandte ſich das Breve zu einer Beleuchtung des Jeſuitenordens. Es ſagte, dieſer Orden der Geſellſchaft Jeſu ſei von den Päpſten großmüthig und frei⸗ gebig unterſtützt, wegen ſeines guten Zweckes, beizutragen zur Förde⸗ rung der Frömmigkeit und Religion, zur Bekehrung der Ketzer und Ungläubigen. Es ſei aber in dieſer Geſellſchaft ſeit ihrem Entſtehen mannigfacher Samaun amnicht allein ine


