geſund
te Arzt,
armen, waren ſe ab
nd in
heiten
ebanut „Nie nehmen
em ſie endlich de aus
umher ergeb⸗ en ſich
und
41
wollten ſie ihren Jammer zeigen, und von dieſer eklen, grauſigen Erde ſollte ihre Schmerzensklage ſich empor ſchwingen zu dem Throne Gottes!
Der Rabbiner und die Aelteſten der Judenſchaft hatten daher einen allgemeinen großen Tag des Gebetes und der Klage angeordnet. An Einem Tag, in denſelben Stunden und Minuten ſollte die ganze Ge⸗ meinde ihre Gebete emporſenden zu Gott, auf der Erde knieend, welche Gottes iſt, und nicht das Werk von Menſchenhänden, ſollte Jeder ſeine Hände flehend emporſtrecken zum Himmel und die Gnade Jehova's an flehen. Nicht hinter Mauern und Riegeln, hinter Fenſtern und Thüren ſollte dieſes Gebet ſich verſchließen, frei und ungehindert ſollte es von der Lippe empor ſich ſchwingen zu Gott.
Auf dem kleinen Marktplatz inmitten der Judenſtadt ſollte das Ceutrum der Feierlichkeit ſein. Dort ward der Altar errichtet, auf welchem das Buch des Geſetzes lag, und vor dem der Rabbiner mit den niederern Predigern ſtehen und das Gebet ſprechen ſollte, dort war auch der erhöhete Sitz für den Vorſänger, um welchen die Chorknaben ſich ſchaarten, um die alten Lieder und Geſänge erklingen zu laſſen, welche einſt vor Jahrtauſenden in der Heimath, im Tempel Salomonis zu Jeruſalem ertönten.
Und wie nun die feſtgeſetzte Stunde des allgemeinen Gebetes ſchlug, da auf einmal öffneten ſich alle Häuſer und alle Thüren, da wankten, in ihre weißen Gebetkleider gehüllt, die bleichen traurigen Geſtalten her⸗ vor, Männer und Weiber, Kinder und Greiſe. Heute gab es keinen Unterſchied des Alters und Geſchlechtes, keine Trennung von Mann und Weib, heute durfte neben den Frauen der Mann, neben dem Greiſe das kleine Mädchen knieen, heute ſollten alle dieſe getheilten, vereinzelnten Gebete in der Luft ſich ſammeln zu einem einzigen Strom, der wogend emporrauſchte zum Himmel.
Hinaus Pe das Angeſicht Gottes, hinaus Ihr Kranken und 3 chen und Lahmen, hinaus auch ihr Sterbenden, und
hen Derer, di man noch nicht gebettet hat in der kühlen Erde! auß Alle ſchauen, die Kranken und die Geſunden, die Todten ie Lebendigen, er muß ſeinen Finger legen in die Wundmale ihrer Schmerzen, er muß ihre Fieberhitze kühlen mit dem ſegnenden Athem ſeines Mundes!


