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Theil nehmen laſſen an Ihrem Feſt. Guter Gott, das arme Volk iſt wirklich wie der Lazarus, der von den Broſamen ſich nährt, die von des Reichen Tiſche fallen! Laſſen Sie dieſe Broſamen heute ein wenig reichlich ausfallen, Madame, und der Lazarus wird Sie dafür ſegnen! Sie haben ſo viele Bediente, Madame, Sie ſollten die Ueberreſte Ihrer heutigen Tafel, und das, was dieſe Herren von dem ſchönen und edlen Wein übrig gelaſſen, in Körbe packen laſſen, und mit den Körben Ihre Bedienten im Dorf von Haus zu Haus gehen laſſen, um Ihre Gaben auszutheilen!
Ich werde thun, wie Ew. Majeſtät befehlen, ſagte die Freiherrin mit zitternden Lippen und todesbleich vor innerem Zorne.
Ich bin davon überzeugt, fuhr der Kaiſer lächelnd fort, aber da ich neugierig bin, und gern erfahren möchte, wie die armen Leute Ihre Wohlthaten aufgenommen haben, werde ich meinen Kammerdiener und zwei von meinen Lakayen ſenden, damit ſie Ihre Bedienten begleiten, und mir nachher Bericht abſtatten. Leben Sie wohl, meine Herren, ich muß Sie verlaſſen, denn ich habe da draußen auf der Landſtraße eine Geſellſchaft, welche ich zur Tafel geladen, und denen ich als Wirth die Honneurs machen muß. Aber da fällt mir ein, daß dieſe armen Leut wahrſcheinlich noch nicht wiſſen, wo ſie für dieſe Nacht ein Unter⸗ kommen finden ſollen. Sie erlauben mir wohl, Madame, daß ich ſie in Ihrem Namen einlade hieher zu kommen, und es ſich eine Nacht bei Ihnen gefallen zu laſſen. Es werden ſich gewiß in Ihrem ſtattlichen Schloß einige leere Räume finden, um dieſen armen Wanderern eine Nachtruhe zu gewähren, und ihnen ein Lager zu geben, auf dem ſie ihre ermatteten Glieder ausſtrecken können! Nicht wahr, ich darf Ihnen meine edle Tafelrunde ſenden, und Sie werden ihr ein Nachtlager gewähren?
Ich werde thun, was Ew. Majeſtät befehlen, ſagte die Freiherrin, in Thränen ausbrechend, und nicht mehr im Stande ihre innere Auf⸗ regung zu verbergen.
Der Kaiſer nickte leicht mit dem Haupt, und ſich nach ſeinen bei⸗ den Cavalieren umwendend, ſagte er: kommen Sie, meine Freunde, unſere Boten aus Prag werden ohne Zweifel ſchon zurück ſein, und
meine Gäſte werden uns mit Sehnſucht erwarten. Gehen wir alſo!
Mit einem leichten Kopfneigen ſchritt er an den Herren vorüber


