Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 2. Band (1857)
Entstehung
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Könntet Ihr Euch Brod und Fleiſch verſchaffen, wenn Ihr Geld dazu hättet? fragte der Kaiſer milde.

Für Geld, Herr, kann man ſich Alles verſchaffen, ſagte der Bauer, in deſſen Antlitz ein Strahl der Hoffnung aufflammte. Für Geld würde mir die Wirthſchafterin des Freiherrn Brod und Semmel, und Fleiſch, oh es iſt wundervoll nur daran zu denken, was man Alles haben kann für Geld.

So geht, und holt Euch, was Ihr haben könnt, ſagte der Kaiſer, einige Goldſtücke auf den Tiſch legend. In einigen Stunden werde ich kommen, oder Jemand hierher ſenden, Euch weitere Hülfe zu bringen!

Der Bauer hatte ſich mit einem Aufſchrei des Entzückens über die Goldſtücke geworfen, und betrachtete ſie mit gierigen Blicken.

Er hörte gar nicht auf den Abſchiedsgruß der beiden Herren, ſah gar nicht, wie ſie hinausgingen aus ſeiner Küche. Jubelnd vor Freude, lachend und weinend durcheinander, ſtürzte er vorwärts, um ſeiner äch⸗ zenden Frau und ſeinen ſterbenden Kindern zu erzählen, daß die Noth jetzt beendet ſei, und daß er hingehen, und ihnen Brod und ſtärkende Nahrung holen würde.

Draußen aber vor der Hütte ſtand der Kaiſer mit dem Feldmar⸗ ſchall Lacy. Mein Gott, mein Gott, murmelte er leiſe, und ich glaubte das Recht zu haben, mich unglücklich zu fühlen und traurig zu ſein! Was iſt geiſtiges Leid ſolch tiefem phyſiſchen Jammer gegenüber. Kom⸗ men Sie, Lacy, kommen Sie! Wir müſſen handeln, wir müſſen den Leidenden hülfreich ſein! Die Stunde der Vergeltung iſt da, und beim ewigen Gott, ſie ſoll die Schuldigen treffen!

Wohin wollen Ew. Majeſtät? fragte Lacy erſtaunt, als der Kaiſer, ſtatt den Rückweg durch das Dorf anzutreten, ſich nach der andern Seite hinwandte.

Dahin will ich! ſagte der Kaiſer, ſeine Hand drohend gegen das Schloß emporhebend, deſſen lange Fenſterreihen jetzt bei der allmählig hereinbrechenden Dunkelheit wie Gold erglänzten. Mitten in ſeinem Feſte will ich den Verbrecher überraſchen, und meine Hand ſoll den Kornwuche⸗ rer ſtrafen, wie er es verdient.

Aber die Ausſage eines unglücklichen Bauern wird nicht genügend

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