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Freilich wohl. Es iſt das Schloß des Freiherrn von Weiſach. Ihm gehört die ganze Gegend, aber wir ſind doch freie Bauern, wir zahlten unſern Zehnten, und thaten unſere Arbeit ſo lange wir konnten. Aber jetzt iſt Alles vorbei, Alles!
Und laut aufächzend vor Erſchöpfung ſank der Mann auf den höl⸗ zernen Schemel nieder.
Der Freiherr thut nichts für Euch? fragte Lacy.
Warum ſollte er es? fragte der Mann mühſam aufblickend, wir zahlen keinen Zehnten mehr, und er kann nichts mehr an uns verdienen. Oh er hat ſehr viel verdient an den armen Bauern, er verdient noch immer fort. Er wird ein ſteinreicher Mann werden. Gewiß bittet er Gott täglich, daß die Noth recht lange dauern möchte, damit er an ihr verdienen kann. Und der Herr wird ſein Gebet erhören, denn er hält es mit den vornehmen Leuten, und Denen, welche haben, denen giebt er!
Aber wie kann denn der Gutsherr an der Armuth und der Noth verdienen? fragte Lacy. Wie kann er reich werden, da die Bauern nicht mehr für ihn arbeiten können?
Aber wir haben doch für ihn gearbeitet, Herr, und unſere Arbeit hat ihm viel Nutzen gebracht. Die Kornfelder auf ſeinem Gute ſchaukel⸗ ten ſich hin und her wie flüſſiges Gold, und wer ſie anſah, dem hüpfte das Herz vor Freude. Vor drei Jahren hat er ſo viel Korn gebaut, daß die Scheuern es nicht faſſen konnten und er es auf dem Felde unter großen Strohdächern bergen mußte. Und vor zwei Jahren, als der Mißwachs des Korns anfing, da war der Freiherr von Weiſach allein der Glückliche, der noch eine ziemlich gute Ernte hatte. Das macht, er hatte die tüchtigſten Bauern weit in der Runde, und ſein Acker war Uütne⸗ am Beſten beſtellt. In dieſem Jahr freilich iſt's ihm duch ergangen wie allen Uebrigen, die Ernte hat kaum das ausgeſäete Korn wieder gegeben, aber ihm ſchadet's nicht, er kann kaum verbraucht haben, was auf den Kornmiethen auf den Feldern von vor drei Jah⸗ ren aufgeſtapelt ſtand, und ſeine Scheuern müſſen reich gefüllt ſein.
Wie aber kann denn Noth hier herrſchen, wenn Korn in den Scheuern iſt? fragte der Kaiſer, welcher dem Geſpräch mit geſpannter Aufmerk⸗ ſamkeit zugehört hatte.
Das iſt eine Frage, die Eurem Kopf nicht viel Ehre macht, Herr, Kaiſer Joſeph. 2. Abth. II. 2


