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8 1 Nuhig, Freund, ruhig, lachte der Kaiſer. Ich werde nicht verhun⸗ gern, dafür ſtehe ich Dir! Wenn die Creatur nach Nahrung ſchreit,
3 ſo werde ich ſie ihr geben, aber da ſei Gott vor, daß ich dieſen armen n Leuten auch nur einen Biſſen entziehen ſollte von dem, was ich für 1 ſie bringen laſſe. Ich denke, es wird einem Kaiſer von Gottes Gnaden auch nicht ſchaden, wenn er einmal Hunger empfindet wie ein Menſch, 5 er wird dann aus eigener Erfahrung wiſſen, wie weh es dem Armen 2 und Dürftigen um's Herz iſt, und er wird ſich bemühen, ihnen zu hel⸗ e fen! Ich werde dieſe Tage in Böhmen nie vergeſſen, und Gott hat * meinen Schwur gehört, ich werde ſie dereinſt, wenn ich erſt wirklich 3 der Kaiſer bin, meinem Volke zu vergelten ſuchen! Euer Fleiſch iſt ge⸗ t ſchnitten, jetzt raſch an's Werk! Ich aber will, um den Roſenberg zu 8 beruhigen, in das Dorf gehen, welches da hinten im Kranz der Bäume 87 liegt, und will mir da in irgend einer Bauernhütte mein Abendbrod e f geben laſſen. Es ſind genug Hände hier, um unſere Hungrigen zu . bedienen, und ſo wird der Lacy mich wohl begleiten können. Kommen d' Sie, Lacy, wir wollen uns eilen, damit wir zurück ſind, wenn unſere „ Taube mit dem Oelblatt aus Prag daher geflattert kommt! n. Er nahm den Arm des Feldmarſchalls und wanderte mit ihm die 4 Straße dahin, welche zu dem Dorf hinunterführte. een—— * ne 18 II. 3 Die ſchwarze Suppe. er, In einer Viertelſtunde hatten ſie das Dorf erreicht, und ſchritten ur ſchweigend die lange breite Straße hinunter. Dieſelbe Stille und Leblo⸗ ſch ſigkeit, welche draußen auf den Feldern das Herz des Kaiſers betrübt iſte hatte, dieſelbe Stille herrſchte auch hier. Nirgends zeigte ſich eine Spur 4 der Thätigkeit, des Schaffens und Wirkens, überall ſtanden die Acker⸗
„ geräthſchaften beſtäubt und zerfallen umher, nirgends aus den geöffneten
Ställen vernahm man das Gebrülle einer Kuh, das Geblöke eines Schafs,
nirgends einen Ton von dieſer Muſik der Natur, welche das Herz des


