Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 1. Band (1857)
Entstehung
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kümmert Dich die ganze Welt! Komm in meine Arme, mein Herz

ſchreit nach Dir, komm und erlöſe es! Komm, ohne Bedingungen und

ohne Vorbehalt! Ich kann Dir nicht verſprechen, Dein Polen zu ret⸗ ten, ich darf es nicht, aber das kann ich Dir verſprechen, daß ich Dich

glücklich machen will!

Sie ſchüttelte traurig ihr Haupt, indem ſie ſich langſam von ihren Knieen erhob. Mich glücklich machen, ſagte ſie. Für mich giebt's kein Glück, wenn Polen weint!

Sag' das noch einmal, und wir ſind getrennt für ewig! rief er, ſie mit flammenden Augen anſehend.

Ich ſag's noch einmal, erwiederte ſie mit ſtolzer Ruhe, es giebt für mich kein Glück, wenn Polen weint!

Und wenn ich nicht bereit bin, Polen zu Hülfe zu eilen, zu ſeiner Rettung das Blut meiner Soldaten, die Ruhe und den Frieden mei⸗ nes Volkes zu opfern, dann glauben Sie nicht an meine Liebe? Ah, Madame, Sie wollen mir nicht das kleinſte Opfer bringen und Sie fordern von mir, daß nicht ich, der Mann, ſondern, daß Ich, der Kai⸗ ſer, mich Ihnen unterwerfe! Gehen Sie mir voran in der Unterwer⸗ fung! Beugen Sie Ihren Stolz, Anna, geben Sie mir ein Zeugniß Ihrer Liebe, indem Sie mir geſtatten für Sie zu ſorgen, und Sie reich und unabhängig zu machen! 8

Laſſen Sie das Glück Polens meine Mitgift ſein, und nehmen Sie dafür das Weibl rief ſie flehend.

Es iſt genug! ſagte der Kaiſer düſter. Stolz gegen Stolz! Wir ſind geſchieden, denn zuerſt verlange ich von dem Weibe, daß ſie ſich in Liebe unterwerfe. Sie aber wollen aufrecht ſtehen, und Ihre Be⸗ dingungen machen, ehe Sie Ihrem Herzen folgen! Das iſt nicht weib⸗ lich, und darum iſt es auch nicht ſchön! Und mich ſchmerzt es bitterlich, einen Flecken auf Ihrer Schönheit zu ſehen. Aber ich werde dieſen Schmerz überwinden, weil ich muß! Geben Sie mir Ihre Liebe ohne Bedingungen, und ich bin der glücklicſſte Mann! Mit Bedingungen muß ich ſie zurückweiſen. Nie wird die Liebe einer Frau Einfluß ge⸗ winnen auf meinen Willen und auf meine Politik. Wenn ich darüber die Frau und die Liebe verlieren muß, ich kann's nicht hindern, ſondern muß das zu den Opfern legen, die der Mann dem Kaiſer darbringt.