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fen zu dürfen. Mein Gott, Sie, welche elenden Krämern und Juwe⸗ lieren vertrauen, indem Sie an dieſelben das Geheimniß Ihrer Ar⸗ muth verrathen, Sie wollten mich geringer in Ihrem Vertrauen ſtellen als dieſe? Oh, Anna, übertragen Sie mir die Sorge für Ihre Exi⸗ ſtenz, mir allein!
Nein, nein, rief ſie heftig. Das hieße einen Flecken auf unſer Verhältniß werfen. Man kann von einem Fremden annehmen, was von einem Freund anzunehmen eine Demüthigung wäre!
Aber was man einem Freunde verweigert, würde man einem Ge⸗ liebten bewilligen, rief Joſeph ungeſtim. Oh, Anna, wenn Sie mich liebten, würde ich das Recht haben, für Sie zu ſorgen, wenn Sie mich liebten, würden Sie dieſen elenden Stolz fahren laſſen, würden Sie großmüthig mir gönnen, dieſe niedern kleinen Sorgen von Ihrem ſtol⸗ zen Haupt fern zu halten. Wenn Sie mich liebten, wie ich Sie liebe, würde dieſe elende Frage des Mein und Dein uns nicht dieſe ſchönen Momente des Beiſammenſeins trüben. Ja, es iſt einmal geſagt, und ſo mögen Sie es wiſſen, ich liebe Sie, Anna und weil ich Sie liebe, kenne ich Ihnen gegenüber keinen Stolz mehr, bettle ich demüthig vor Ihnen um das, was koſtbarer iſt als alle Brillanten und alle Perlen der Erde, bettle ich um Ihre Gegenliebe. Anna, wollen Sie dem armen, kaiſerlichen Bettler dies größte und herrlichſte Geſchenk verſa⸗ gen? Oh, Anna, laſſen wir dieſe falſche Stellung, welche wir zu ein⸗ ander haben, aufhören! Es giebt keine Freundſchaft zwiſchen Mann und Weib, es iſt eine Lüge, welche die Lippen ſprechen, wenn das Herz nicht den Muth hat, die Wahrheit zu ſagen! Mein Herz aber hat den Muth: Ich liebe Sie, Anna! Werden auch Sie jetzt den Muth haben, mir zu antworten?
Sie hatte ihm immer noch geſenkten Hauptes ſchweigend zugehört, jetzt hob ſie langſam ihr Antlitz empor, welches wie in himmliſcher Begeiſterung ſtrahlte.
Ja, ſagte ſie, ich habe den Muth. Ich liebe Sie, ja, ich liebe Sie unausſprechlich, ewig!
Er ſchloß ſeine beiden Arme um ihren Nacken und ſagte, ihr feſt in's Antlitz ſehend: Sie ſagen es, aber ich will von dieſem ſtolzen Herzen einen Beweis haben, daß es die Wahrheit iſt, welche dieſe


