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iſt, der kann nicht fordern, daß ſeine Rechte Andern heilig ſind.
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Fürſt Martin Lubomirski verliebte ſich deshalb ſo leidenſchaftlich in mich, daß er ſich von ſeiner erſten Gemahlin ſcheiden ließ, um mir ſeine Hand anbieten zu können.
Und Du nahmſt ſie an?
Welche Frage! Der Fürſt war jung, liebenswürdig, reich, ein Favorit des Königs, er liebte mich, und ich ihn, wir wurden alſo ver⸗ mählt! Aber ach, meine Liebe, das Glück iſt immer nur von kurzer Dauer, und die Liebe hat ſo leichte Schmetterlingsflügel, ſie flattert weiter, wenn man es am wenigſten vermuthet! Mein zweiter Gemahl machte es wie mein erſter, er bat mich um eine Scheidung, und ich durfte ihm nicht abſchlagen, was ich dem Andern bewilligt hatte! Es iſt ein abominables Geſchlecht, die Männer, und kaum von mir geſchieden iſt Fürſt Lubomirski ſchon zum dritten Mal vermählt!*)
Polen iſt verloren! ſeufzte die Gräfin traurig vor ſich hin. Es geht zu Grunde an ſeinen eigenen Laſtern! Wem nichts mehr heilig Polen iſt verloren!
Au contraire, mein Herz, lachte die Dame. Es war nie glücklicher als jetzt, und nie gab es in Warſchau glänzendere Feſte. Ich ſage Dir ja, die vielen Scheidungen veranlaſſen neue Vermählungsfeſte, und deshalb ſchon begünſtigt ſie der König. Jeden Abend giebt es Bälle, Illuminationen, Maskenfeſte, und man hört in den Paläſten nichts als Jubel, Muſik und Gläſerklirren.
Und dennoch haſt Du Dich entſchloſſen, Warſchau zu verlaſſen? fragte die Gräfin mit einem Ton kalter Verachtung.
Ja, ich habe mich dazu entſchloſſen, ſeufzte die Fürſtin. Ich gehe nach Italien! Ich wollte nicht gern ſogleich mit der dritten Gemahlin des Fürſten am Hofe zuſammentreffen, denn geſtehe ſelbſt, ma chere, es wäre ein kleines Ridicule, da immer zwei Frauen mit ihren Männern
zu begegnen, die einſt Beide meine Männer geweſen, und mich verlaſſen
haben! Ich hätte mich entſchließen müſſen auch zum dritten Mal zu
heirathen, um meinen zwei Treuloſen ein Paroli zu biegen. Und da⸗ gegen ſträubte ſich unglücklicher Weiſe mein Herz. ) Wrue 2
) Wraxall II. P. 110.
2. Abth. I.—
Kaiſer Joſepb.


