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Kaunitz entfaltete das Papier, und las:„Souvenir à Eperies.“ tine Nun, und weiter? fragte der Kaiſer. ſich Weiter ſteht nichts darauf, ſagte Kaunitz, Joſeph das Papier und darreichend. ſich Seltſam, ſagte der Kaiſer, nichts als dieſe lakoniſchen Worte, deren Sinn ich indeſſen nicht zu faſſen vermag. bed Die Worte beſtätigen meine Vermuthung, rief Kaunitz, und er er⸗ laubte ſich, die Lieblinge des Kaiſers mit einem triumphirenden und Bl ſtolzen Blicke zu meſſen. Die Dame iſt eine Polin, und zwar eine von z2 den Conföderirten. Gr Ew. Durchlaucht glauben? fragte der Kaiſer haſtig. rich Ich bin davon überzeugt. Haben Ew. Majeſtät nicht auf Ihrer nu letzten Reiſe nach Ungarn in Eperies einen Tag zugebracht, und haben ber Sie dort nicht geruht den Conföderirten Sich ſehr gnädig zu bezeigen,— ja, ſogar ſie in öffentlichen und Privat⸗Audienzen zu empfangen? ſt Ich habe das gethan, ſagte der Kaiſer ernſt, und es hat meinem. Herzen wohlgethan, dieſen edlen und unglücklichen Kriegern, welche mit un ſo viel Heldenmuth und ſo wenig Ausſicht auf Erfolg für eine gute und gerechte Sache kämpfen, die Verſicherung meines innigſten Antheils hi und meiner lebhaften Sympathieen zu geben. Sind Ew. Majeſtät in Ihrer Großmuth nicht ſo weit gegangen,. den Conföderirten Ihre guten Dienſte anzubieten, und zu verſprechen d Sich bei Preußen und Rußland für ſie zu verwenden?*)un ſe
Ich that auch das, ſagte der Kaiſer ein wenig erröthend. Nun denn, die Heroine der Conföderirten hat Ew. Majeſtät an
dies Verſprechen mahnen wollen, da Sie heute. mit dem König von e Preußen zuſammentreffen, ſagte Kaunitz, indem er, gleichſam in der 7 Zerſtreuung, das Bouquet aus ſeinen Händen und zur Erde gleiten ließ. d
Ah, ſehen Sie nur, Majeſtät, ſagte er dann, da liegt dieſes ſchöne 4 coquette Polen zu Ihren Füßen und fleht um Ihre Gnade! Es kommt 1 ganz auf Ew. Majeſtät an, ob Sie es aufheben und erretten, oder ob i Sie es unter Ihre Füße treten wollen!. 3
Oh gewiß will ich es aufheben, ſagte der Kaiſer, damit es nicht h — 1
*) Ferrand I. p. 79.


