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haſſen, denn wider ſeinen Willen muß er ſich doch gezwungen fühlen, Sie zu bewundern. Und hat nicht der König von Preußen ausdrücklich darum gebeten, daß Ew. Durchlaucht den Kaiſer hierher begleiten möchten?
Er hat dies gethan, und wie ſehr ich auch anfangs geneigt war, dieſe Einladung abzulehnen, ſo gab ich doch der Ueberlegung nach, und entſchloß nüch hierher zu kommen, denn dieſer hochmüthige König von Preußen hätte am Ende gar vermeinen können, ich fürchte mich vor ihm und ſeinen Adleraugen.*) Ich ihn fürchten, ich vor ihm zurückweichen! Es iſt gut und nothwendig, daß Oeſterreich und Preußen, ohne indeſſen eine Allianz mit einander zu haben, doch in einer Art von Eintracht miteinander leben, die für den Moment jede Möglichkeit ſich einander zu ſchaden, beſeitigt und auf dieſe Weiſe den Frieden von Europa verfeſtigt. Aber mein Syſtem, welches die Kaiſerin zu dem ihrigen gemacht hat, verbietet mir, jemals mit einem Fürſten ein Bündniß einzugehen, der keine feſten Principien hat, der mit ſeiner Politik von der Hand in den Mund lebt, und der niemals von einem großen erhabenen Plan er⸗ leuchtet iſt.**)— Nein, ich fürchte ihn nicht, denn ich durchſchaue ihn, und trotz ſeines Königstitels und ſeiner uſurpirten Krone dünke ich mich nicht blos Seinesgleichen, ſondern mehr zu ſein als Er es iſt. Wenn Er auf dem Schlachtfeld dreizehn Siege erfochten hat, ſo habe ich deren mehr noch erfochten im Cabinet und auf dem Schlachtfeld der Diplo⸗ matie, und da muß jeder ſeinen eigenen Mann ſtehen, und hat keine Soldaten, die er für ſich kämpfen laſſen kann. Da entſcheiden nicht die Kanonen, ſondern der Geiſt allein, und ich denke nicht, daß der König ſich einbildet, auf dieſem Schlachtfeld mich beſiegen zu können! Er würde wenigſtens zu ſeinem Schaden hoffentlich belehrt werden, daß er in einer Tänſchung befangen geweſen!
Hoffentlich! wiederholte Kaunitz mit einer ſcharfen Betonung. Ich weiß das ganz gewiß! Ich hab's ſchon oftmals bewieſen, daß ich Meiſter bin in der Kunſt, die feindlichſten und widerſtrebendſten Mächte ſo zu führen, daß ſie meinen Abſichten dienen müſſen, und ich denke, daß ich das auch jetzt dem König von Preußen beweiſen will! Er wird *) Ferrand: Histoire des trois demembremens de la Pologne. Vol. I. p. 103. **) Des Fürſten Kaunitz eigene Worte. Siehe: Ferrand I. 69.


