Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 3. Band (1857)
Entstehung
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3 159 lefer. In dieſer Inſtruction befahl er ſeinen Vorleſern durchaus und ſorgfältig bedacht zu ſein, in ihren Vorträgen zwei Worte niemals aus⸗ zuſprechen, und zu erwähnen, die zwei Worte: der Tod und die Pocken. Sollte eins dieſer Worte in den Berichten und Actenſtücken, die ſie ihm vorzuleſen hatten, erwähnt werden, ſo ſollten ſie es zu umſchreiben ſich bemühen. Außerdem machte er es ihnen zur ſtrengſten Pflicht, Jedermann, dem der Fürſt Audienz ertheilen würde, vorher zu inſtruiren, damit er es nicht wage dieſer beiden fürchterlichen Worte Tod und Blattern im Geſpräch mit dem Fürſten zu erwähnen. Auch ſollten die Vorleſer mit dieſer Inſtruction zu der Gräfin Clary gehen, und ſie dieſelbe leſen laſſen, damit auch ſie darnach handele, und den Gäſten des Fürſten die nöthige Warnung ertheile.*)

Als der Fürſt dieſe ſeltſame Inſtruction vollendet hatte, klingelte er, um das Papier ſogleich an ſeine Vorleſer zu ſenden. Der eintre tende Kammerdiener überreichte ihm ein Packet und einen Brief von Ihro Majeſtät der Kaiſerin.

Das Packet enthielt das Großkreuz des St. Stephan⸗Ordens, aber nicht in der Weiſe, wie er ſonſt getragen ward, ſondern blitzend von den ſchönſten und herrlichſten Brillanten. Der Brief war von Maria Thereſia ſelbſt geſchrieben, eine würdige und ſchöne Antwort auf dieInſtruction des Fürſten Kaunitz.

Die Kaiſerin ſchrieb:Ich ſende Ihnen das Großkreuz des St. Stephan⸗Ordens, und um Ihnen eine beſondere Auszeichnung zu ge⸗ währen, ſollen Sie es in Brillanten tragen. Sie haben ſo viel dazu beigetragen es zu verherrlichen, daß ich mit Eifer dieſe meinem Herzen ſo theure Gelegenheit ergreife, um Ihnen einen Beweis der Dankbar⸗ keit zu geben, die ich Ihnen ſeit langer Zeit ſchulde, und die nur mit meinem Leben enden wird!**)

Maria Thereſia.

274. Swinburne

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*) Hormayr, Oeſterreichiſcher Plutarch. Bd. 12. Vol. I. 336. Wral! II. 179.